Samstag, 3. Januar 2015

Schwefeltyrann - Pitangus sulphuratus rufipennis - Cristofue

Aktualisiert am: 3.01.2015

Seit mehreren Wochen erscheinen zwei Schwefeltyrannen (Pitangus sulphuratus rufipennis) an meinen Fenstern, schreien laut, versuchen in die Wohnung zu kommen. Teilweise ist es nur ein Tier. Es sind Jungtiere aber ihre Beharrlichkeit erstaunt mich. In den vorhergehenden Jahren gab es diese Verhaltensweisen nicht. Die Vögel sind sehr selbstbewusst, ich kann mich ihnen auf fast eineinhalb Meter nähern. Früchte, die ich ihnen hingelegt habe, haben sie nicht angerührt (obwohl sie sie mögen müssten), ich schätze sie spiegeln sich in den Fenstern und das ist das Attraktive. Allerdings fliegen sie so heftig an die Scheibe, dass sie sich den Kopf stoßen, was sie aber nicht abhält es erneut zu versuchen.

Jetzt nach der Rückkehr nach einem halben Jahr in Deutschland, sind diese Vögel immer noch präsent, sitzen in den Fenstergittern und rufen laut.

Der Schwefeltyrann von hinten. Am Gitter hängen zwei klebrige Samen der Tilandsia sp.
Die Vögel benutzen das Gitter auch um diese klebrigen Samen von ihrem Schnabel zu lösen.
Der fast verborgene gelbe Fleck inmitten der Krone ist hier sichtbar.






Es folgen weitere Fotos und der Steckbrief:

 






 
Pitangus sulphuratus rufipennis
Syn: Lanius sulphuratus, Linnaeus 1766(3), Tyrannus sulphuratus Vieillot1
Stamm: Vertebrata
Klasse: Aves
Ordnung: Passeriformes (Sperlingsvögel)
Familie: Tyrannidae (Tyrannen)

Spanisch: Christofué 2,3
Englisch: Great Kiskadee, Kiskadee Flycatcher1
Deutsch: Schwefeltyrann(1), Schwefelmaskentyrann(3)
Portugiesisch: Benteví 4
Französisch: Tyran quiquivi (3)

 
Verbreitung:
(2)
Argentinien4
Belize
Bolivien
Brazil
Chile
Kolumbien
Costa Rica
Ecuador
El Salvador
Falkland Inseln (Malvinas)
Franz. Guiana
Guatemala
Guyana
Honduras
Mexico4
Nicaragua
Panama
Paraguay
Peru
South Georgia & South Sandwich Inseln
Surinam
Trinidad & Tobago
USA
Uruguay
Venezuela7: nördlich von Zulia bis Sucre, Westlich Monagas bis westlich des Delta Amacuro. Nördlich des Amazonas bis zur Mündung des Río Ventuari. Nördlich Bolivar längs des Orinoco bis Ciudad Guyana (P. s. rufipennis); Insel Patos, Sucre, Monagas, Delta Amacuro, der Rest des nördlichen Amazonas bis Las Carmelitas, übrige Gebiet des nördlichen Bolivar südlich bis zum Río Caura und mittlerem Río Paragua und Bundestaat Bolivar von Sierra de Imataca bis Santa. Elena de Uarién (P. s. trinitatis)4 



 
In Argentinien weit verbreitet zentral - südlich bis Neuquén und dem Rio Negro, mit einigen wenigen Berichten aus dem Nordosten bei Chubut. Westlich der Anden nur im Nordwesten Venezuelas und dem Norden Kolumbiens (karibisches Tiefland und südlich zu den Rio Cauca und Rio Magdalena Tälern), jedoch mit einigen Berichten von Wanderungen bis nördlich und zentral von Chile, zufälligerweise auf den Falklandinseln. Trinidad. Auch in Texas bis Panama, eingeführt nach Bermuda.8

Habitat:
Bis zu 1600m (manchmal höher) [meist unter 1500m8] nördlich des Orinoco, bis zu 500m hoch südlich des Orinocos.
Ortstreu, häufig und allgegenwärtig um Wohngebiete, Lichtungen, Ackerländer, sogar in Fußgängerzonen großer Städte; auch an Rändern von Galeriewäldern, und lichten Waldungen. Zeigt eine Vorliebe für Gewässer. In bewaldeten Gegenden hauptsächlich begrenzt auf Fluß- und Seeränder. Trocken bis feuchte Gebiete auch ufernahe Wälder in sehr trockenen Regionen. Bis jetzt noch keine Sichtungen in dem südlichen Bundesstaat Amazonas und dem südwestlichen Bolivar.4
Häufig bis sehr häufig und weitverbreitet ein einer Vielzahl von Habitaten die von Wohngebieten (sogar kleine Stadtparks oder -Plätze) bis halboffene landwirtschaftlich bearbeitet Gebiete und Gegenden in der Nähe von Wasser; weniger zahlreich und meist stärker Standorttreu in bewaldeten Regionen, dort mehr oder weniger begrenzt an Gebieten längs von Fluss- und Seerändern. Unerklärlicherweise fehlend am pazifischen Hang. 8

Sekundärwälder, am Ufer gelegenes Dickicht, Galeriewälder1,10, Sekundär gewachsene Büsche [tropische Buschsteppe10], am häufigsten in der Nähe von Wasser1,10, bei 0-1600m Höhe [meist unter 1500m8] in tropischen und subtropischen Zonen.1

Sein Sitzplatz ist meist tief und relativ offen.8

Beschreibung:


22cm3,4,6 [20,5-23.5 cm8] [21,6 cm5] groß.
63g. Breit geschultert mit kurzem Schwanz. Schwerer, gerader, schwarzer Schnabel 4,8. Olivbraun bis brauner Rücken.8 Schwarze Krone4,8 umrandet von einem breiten, weißen Band; verborgener, gelber Kronenfleck, Kopfseiten schwarz, oft mit kleinen gelben Schnabelborsten, oder oben braun, Flügel und Schwanz und Schwanzränder rotbraun (oder mit nur annährend rotbraunen Flügelrändern, meist nicht am Schwanz -> trinitatis), Kehle weiss, Rest der Unterseite strahlend gelb4
Die Arten im nördlichen Kolumbien und Venezuela (caucensis, rufipennis und trinitatis) sind kleiner, haben einen stärker rotbraunen Rücken und besitzen einen deutlich sichtbare rotbraunen Rand bei Flügel- und Schwanzfedern. Die südlichen Unterarten (maximiliani, bolivianus und argentinus) sind deutlich größer, dorsal blasser und besitzen den rötlichen Rand der Flügel- und Schwanzfedern nicht. Die Nominatart (Amazonas bis Guiana) steht hinsichtlich dieser Merkmale in der Mitte. 8

Für P. sulphuratus: die braune Oberseite variiert für die Unterarten. Die Ränder der Flügel- und Schwanzfedern sind rotbraun, Oberseite und Seiten des Kopfes schwarz mit teilweise verdeckten gelb gefleckten Scheitel, weißer Stirnstreif, der zum Überaugenstreif wird und sich im Nacken trifft, Kehle und Kinn weiß, die Unterseite in reinem gelb mit kleinen olivfarbenen Flecken an den Seiten der Brust.

Für die Unterart: P. s. rufipennis (Nördliches Kolumbien, Norden und Küste Venezuelas), dunkel olivfarbener Rücken mit leuchtend, klaren rotbraunen Rändern an den Flügeln und Schwanzfedern, gelben Kronenfleck, der teilweise das Genick erreicht, Unterseite in reinem Zitronengelb.6

Ähnliche Arten: Unterscheidet sich vom Starkschnabel-Maskentyrann (Megarhynchus pitangua) durch dessen braunen, nicht olivgrünen Rücken, den rotbraunen Flügeln und Schwanz (aber dies ist variabel und gibt es bei kleinen rotbraunen Vögeln im Osten und Süden Venezuelas) und dem kleineren, geraden Schnabel4, auch in der Stimme und Verhalten (der Kopf und Schnabel ist beim Starkschnabel-Maskentyrannen größer und die Stimme der entscheidende Unterschied6) . Nördlich vom Amazonas wo sie rötlicher sich, sind die Unterschiede deutlicher 8.. Weitere ähnliche Arten sind der Liktormaskentyrann (Pitangus lictor)4,8 und die kleineren Myiozetes-Arten.4


video

Stimme:
Der Gesang ist schnell vertraut bei jedem Reisenden oder Einwohner. Es gibt eine große Vielfalt an Lauten, überschwängliche Rufe. Der bekannteste Ruf ist KISS-ka-DEE (so lautet der englische Name), oft kürzer ka-Dee. Auch der spanische Name Cristofué (und Ben-te-ví in portugiesisch), sind lautmalerische Bezeichnungen für die Art.4
Paare singen oft im Duett oder sogar im Flug. Die Männchen stellen beim Singen der Brautwerbung und bei Aggression die gelbe Krone auf. Teilweise wird nur ein Ka-dee oder ein einfaches Deel gesungen. Der Dämmerungsgesang besteht aus einem lärmenden kyah k-yah zzk-zzik ky-ar oder Beeeww-biew-prrrr-beeeww.6  Häufig sehr laut mit einer großen Vielfalt an lauten Rufen, der häufigste ist ein "kis-kadee!," welches seinen englischen Namen reflektiert sowie den Spanischen Cristo-fue und den Portugiesischen Ben-te-ví.8







Nahrung:
Insektivor (Insekten fressend)4,10, manchmal frugtivor (Früchte fressend)4,10, teilweise sogar Fisch4 , kleine Wirbeltiere fressend.4,10 Er frisst fast alles, sogar Fisch, jedoch meistens Insekten oder Früchte.8

Feinde:
Um Feinde wie z.B. eine Korallenschlange zu meiden, bleiben sie allem fern, was nur annähernd so aussieht und wenn es nur ein Stück Holz ist, welches in seiner Farbe einer Korallenschlange ähnelt.(4)

Noch mit dem Zweig für den Nestbau im Schnabel
lag dieses Exemplar tot am Strassenrand
Reproduktion:
Brütet von März bis September. Das Nest ist groß, aus einem unordentlichen Grassball bestehend, mit einem seitlichen Eingang (teilweise mit weiteren Öffnungen). Es ist auf hoch liegenden Astgabeln gequetscht, weitere Zweige nutzend. Es werden 2-4 cremefarbene Eier, die mit einigen dunkelroten Flecken am längeren Ende besetzt sind, gelegt. 4

Sonstiges:
Ihr Verhalten ist nicht scheu: barsch, laut und gereizt, auffallend wo immer sie auftauchen. Sie leben allein oder als Paar, gewöhnlich nicht in Gruppen, halten sie sich gewöhnlich in niedrigeren Höhen auf. Aggressiv und deutlich opportunistisch wenn es um das Fressen geht. 4 Es ist ein aggressiver, anpassungsfähiger und auffälliger Vogel.8 

Der Schnabel hatte schon eine runde Auskerbung für das Festhalten der Zweige.
!:
IUCN 2012: LC = Least Concern (nicht gefährdet)(2), Libro Rojo de la Fauna Venezolana (2003)9: Nicht enthalten.

Referenzen:
1American Ornithologists' Union (1983): Checklist of North American Birds; 7th Ed.; Allen Press Inc.;ISBN:1-891276-00-X, 829pp.  (S. 407) [en]
2Gremone C. et. al. (1984?): Fauna de Venezuela - Vertebrados, Editorial Biosfera, ISBN 980-210-011-0 (S. 105) [es]
3Hernandéz (2006): Guia de los Aves del Jardín Botanico en Caracas, Fundación Instituto Botaníco de Venezuela, ISBN 980-6355-04-0 (S. 84) [es]
4Hilty, S. L. (2003) Birds of Venezuela, 2nd. Ed., Princeton University Press; ISBN 0-691-09250-8 878p (Tafel 47 Nr. 20, S. 627) [en]
5Meyer de Schauensee, Phelps (1978): A Guide to the Birds of Venezuela; Princeton University Press (vergriffen) (Tafel 28 Nr.20, S. 254; ) [en]
6Restall R., Rodner C., Lentino M. (2006): Birds of Northern South America, An Identification Guide, Vol.1 Species Accounts, Helm Field Guides, London, ISBN 978-0-7136-7242-8, 880pp (S. 529) [en]
7Restall R., Rodner C., Lentino M. (2006): Birds of Northern South America, An Identification Guide, Vol. 2, Plates and Maps, Helm Field Guides, London, ISBN 978-0-7136-7243-5, 656pp (Tafel 208 Nr. 2b, S. 433) [en]
8Ridgley R.S. & Tudor G. (1994): Birds of South America, Vol.II The Suboscine Passerines; Oxford University Press, ISBN 0-19-857218-2 (Tafel 44 Nr. 2, S. 655) [en]
9Rodríguez, Rojas-Suárez (2003): Libro Rojo de la Fauna Venezuelana (2nda Ed.), PROVITA ISBN 980-04-4572-6, Fundación Polar ISBN 980-6397-61-4 (S.-) [es]
10Señaris J.C., Lew D., Lasso C. (Eds.) (2009): Biodiversidad del Parque National Canaima, Fundación La Salle de Ciencias Naturales, Caracas, ISBN 978-980-7990-07-0
Technische Basis für die Erhaltung des venezolanischen Guayana-Gebietes. Mit Angaben zu Vegetationszonen, Artenlisten etc. (Cap. 5, S 138; Anexo 4, S. 9) [es]
 
Web:
http://de.wikipedia.org/wiki/Schwefeltyrann (1) [de]
http://www.iucnredlist.org/details/22700605/0 (2) [en]
http://avibase.bsc-eoc.org/species.jsp?avibaseid=9C883C7BCFAEB70D (3) [en]
http://animaldiversity.org/accounts/Pitangus_sulphuratus/ (4)  [en]

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