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Dienstag, 10. Mai 2016

Moskitero für Hängematten/Chinchorros - selbst genäht

Aktualisierung: 09.05.2016

Auf dem Weg nach Maracay konnte ich auf der Straße im Juli 2013 sehr günstig eine neue "Chinchorro" erwerben. Meine alte Hängematte aus Kolumbien ist doch etwas kurz und zur Zeit in Deutschland. Um in einer Hängematte oder Chinchorro bequem und ganz gerade liegen zu können, legt man sich schräg oder quer hinein! Dazu muss das gute Stück aber auch groß genug sein.
Meine Chinchorro ist insgesamt 3,70m lang und 4m quer (gemessen an der mittleren Naht). Die Liegefläche ist dementsprechend breit und bequem.

Die Herausforderung ist nun ein Moskitero (Mückennetz) für die Chinchorro und die Hängematte selbst herzustellen.
Man kann verschiedene Modelle kaufen, aber mir ist in der letzten Zeit aufgefallen, dass das verwendete Material kleine "Jejenes" (Phlebotomus papatasi) durchlässt. In Maracay bekommt man den Stoff für Moskiteros in verschiedenen Farben in einer sehr guten Qualität in einem großen Stoffladen. Keinen normalen Tüll kaufen, die Löcher lassen alles mögliche durch. So was kann man nur als Dekoration gebrauchen.
Für Hängematten gibt es verschiedene Modelle zu kaufen:
  • das Moskitonetz ist direkt mit der Hängematte vernäht. Das finde ich unpraktisch, ich möchte nur ein Netz abwechselnd für die Hängematte und die Chinchorro verwenden.
  • das Moskitonetz besitzt einen Boden aus dicker Plastikfolie, so dass man innerhalb des Netzes auch aufstehen kann. Das ist mir zu kompliziert und zu schwer. Vorsicht, es gibt Netze, die sind unten offen. Das funktioniert aber nur bei festem Boden. Eine Nacht im Delta Amacuro und einer meiner Oberschenkel war übersäht von Stichen da die Insekten von unten durch die Zwischenräume der Bodenbeplankung aus Holz (Stelzbau im Wasser; Palafito) in das Netz gelangen konnten.
  • das Moskitonetz ist schlauchförmig und wird über die Hängematte gezogen. Das Netz berührt den Boden nicht (würde sonst schnell zerreißen oder löchrig werden) Wichtig ist das genug Volumen vorhanden ist, damit man sich auch schräg und quer hineinlegen kann. Es gibt ein Modell mit Reißverschluss (quer oder längs verarbeitet) und ein Modell welches eine sehr große Endöffnung besitzt, so dass man das Netz über die Hängematte zu einer Seite hin abstreift. Gleichzeitig muss das Netz so gestaltet sein, dass es möglichst keinen Kontakt zur Hängematte oder dem Körper hat, sonst setzt sich das Insekt von außen auf das Netz und kann durch das Netz stechen. Hilfreich können zwei Stöcke sein, die das Netz quer spreizen.
Im Internet findet man keine wirkliche Anleitung oder ein Schnittmuster. Ich versuche hiermit also selbst eine Anleitung vorzustellen.

 

Material (sehr kleine Netzöffnungen)

 
 
Schnittmuster (rot die dünne Leine)

Fotografieren bei Dunkelheit im Sumpfwald im Delta Amacuro

Aktualisiert: 09.05.2016


Erzfischer (Chloroceryle aenea) der kleinste Eisvogel Venezuelas.
Seit einiger Zeit versuche ich auch bei extremen Lichtmangel, also morgens früh und abends spät Fotos zu machen. Im Delta des Orinoco fahre ich mit dem Warao im Einbaum durch die kleinen Caños und nehme dazu auch meine Nikon D5200 mit den Wechselobjektiven mit. Man muss allerdings ein gutes Gleichgewicht für die Fahrt im Einbaum haben. Vorteilhaft ist das man ruhig im Einbaum sitzt und nicht wie bei den fahrenden Booten durch den Motor immer ein Vibrieren hat. Allein durch das Vibrieren kann eine Aufnahme bei großen Entfernungen verwackeln.
Wichtig ist eine Kopflampe mit der man im Dunkeln die Tiere sucht. Man erkennt sie dann an den in der Regel gelb rückstrahlenden Augen. Wenn das Tier nicht zu weit weg ist fixiert man mit der Kopflampe das Tier und die Kamera kann so die automatische Belichtung und Fokussierung durchführen. Der kleine, integrierte Blitz reicht bei kurzen Entfernungen aus um interessante Bilder zu machen.
Allerdings verwende ich dann das 18-55mm Objektiv. Größere Brennweiten benötigen mehr Licht.
Meiner Erfahrung nach sind kleine Vögel, die oft über dem Wasser auf kleinen Ästen sitzen gut zu fotografieren da sie nachts einfach sitzen bleiben, auch wenn man sich bis auf Armlänge nähert.

Diesen kleinen Vogel konnte ich bisher nicht identifizieren.

Montag, 18. April 2016

Nationalpark Mochima - Posada Villa Vicenta, Bootsausflüge

Aktualisiert: 18.04.2016

Einige Tage war ich im Nationalpark Mochima und wohnte dort in der Posada Villa Vicenta. [Weitere Infos und Fotos weiter unten] Ich bin innerhalb der Woche gefahren, weil am Wochenende der Ort Mochima sehr überlaufen ist. Die Venezolaner aus Cumaná und Maturín fahren gern zum Wochenende an die Strände. Ich mag es lieber ruhiger.

Bootstouren, Schnorcheln

Der Besitzer der Posada hat auch ein eigenes Boot mit Schatten spendendem Dach und so kann man individuell gestaltete Touren absprechen. Eine eigene Anlegestelle der Posada ist auch vorhanden.

Ich wollte auf jeden Fall viel Schnorcheln.

Ein Oktopus (Octopoda) an Land
Diesen Tintenfisch habe ich am ersten Tag am Strand zwischen den Steinen am Strand Las Maritas gesehen.
 

Diese Gelbe Kelchkoralle (Tubastraea coccinea) wurde
leider von meinen Begleitern "gepflückt".
 

Sonntag, 21. Februar 2016

Touristenvisum nach 90 Tagen verlängern in Venezuela Februar 2016

Aktualisiert: 21.02.2016

In den letzten Jahren hat sich das Verfahren zu der Verlängerung des Touristenvisums in Venezuela immer wieder geändert. Auch wenn sie die Gesetze nicht änderten, hat man immer wieder die Anwendung der Gesetze geändert. Für die Verlängerung des Touristenvisums nach 90 Tagen gibt es auch auf den Internetseiten der SAIME keine Angaben.
Da man mir im letzten Jahr in Caracas schon gesagt hatte, dass ich nun nur noch in dem Bundesstaat in dem ich wohne zur zuständigen Behörde gehen kann, habe ich mich schon einige Tage vor dem Ablauf des Visums auf den Weg gemacht.
Zunächst dachte ich, ich könne direkt in Mariara in dem neu eröffneten Büro der SAIME alles erledigen. Als ich dort ankam musste ich erst einmal feststellen, dass aufgrund von Energieeinsparungen die Öffnungszeiten nur noch von 7:30 bis 1:30 gelten. Ich war zwar um 1:15 am Tor, aber es war schon alles zu.

Meine Freundin hatte dort morgens angerufen und sagte mir ich müsse nach Valencia, entweder in San Diego oder in das Büro in "Los Colorados". "Los Colorados" liegt ganz im Norden von Valencia (Valencia I; Av. Carabobo c/con Montilla Truane, Edif. HCH, Jefatura Civi; Stadtteil Los Colorados.) und um dort hinzukommen muss man einen halben Tag durch den verstopften Verkehr. Abends wird es dann schwierig wieder nach Hause zu kommen. Rückfahrten werden nur bis ca. 16:00 angeboten. Dies seien im Bundestaat Carabobo die einzigen Büros, die das Touristenvisum verlängern würden.
Also bin ich nach San Diego gefahren. Dort gibt es aber mehrere Büros. Das erste im Big Low Center war es nicht. Zum Glück war das richtige Büro "nur" zwei Straßenecken weiter. Das zuständige Büro in San Diego, Valencia ist gleich neben dem alten Bürgermeisteramt (San Diego Valencia III Sede Vieja Alcaldia de San Diego, Avenida Don Julio Centeno. Parque Industrial Castillito, planta baja.). Wer aber bei der SAIME auf die dort abgebildete Karte guckt, findet dieses Büro falsch eingezeichnet in Valencias Innenstadt in der Nähe der Metrostation Michelena. Dort ist sie aber nicht! Wenn man im Büro der Saime im Big Low Center ist muss man nur wieder bis zur Hauptstrasse "Av. Intercomunal Don Julio Centeño" gehen und dann in Richtung Norden zwei Straßenecken weiter laufen. Es ist aber besser sich ein Taxi zu nehmen, so nah ist es nicht.



Die Karte muss etwas vergrößert werden (+), dann kann man den Eintrag der "Banco de Venezuela" in der Calle Este Oeste 102 sehen und dort wo der Eintrag "Contraloría Municipal de San Diego" zu sehen ist, befindet sich das Büro der SAIME (Valencia III)

Dort angekommen habe ich zunächst festgestellt, dass hier zurzeit die Öffnungszeiten von 7:30 bis 1:00 nachmittags gelten. Es hatten sich schon diverse Schlangen gebildet. In der Tür stand ein Mann, der jedem Auskunft erteilte und versuchte die Eingangstür halbwegs frei zu halten. Nachdem er meine Papiere und den Pass angesehen hatte, bildete ich die erste Person in der dritten Schlange die auf das Eintreffen der zuständigen Beamten warteten. Die sollten auf dem Weg vom Bundestaat Miranda sein.
Nach zwei Stunden Warten, bot mir jemand einen Sitzplatz an, denn ich dann in der dritten Stunde wieder nach Aufforderung ihn an die Schlange zur Abholung des Passes verlor. Die zuständigen Beamten waren immer noch nicht eingetroffen. Es hatten sich noch einige betagte Europäer eingefunden, die dann auch als erste in das Gebäude gebeten wurden. Ich dachte nach dreieinhalb Stunden man hätte mich vergessen und fragte den Mann am Eingang ob die Beamten denn nun eingetroffen seien? Er sagte, ich müsse noch warten, sie seien nicht eingetroffen, aber eine andere Beamtin würde sich der Sache annehmen.

Dann endlich konnte ich meine Fragen loswerden.
Gut dass ich mich entschieden hatte nochmal nachzufragen, welche Gebühren zu zahlen sind. Letzten Jahr habe ich noch 6 U.T. (Unidades Tributarias = Steuereinheiten) bei der Bank eingezahlt, diesmal waren es 15 U.T. Da gerade wieder die Steuereinheit auf 177Bs erhöht wurden, waren 2655Bs. auf ein Konto der SAIME einzuzahlen. Draußen hing ein Zettel mit den verschiedenen Bankdaten.
Ich wusste, dass man genau am Tag oder einen Tag vor Ablauf des Visums zur Verlängerung vorstellig werden soll. Im Gesetz steht, dass dies nach Ablauf von 90 Tagen der Fall ist, aber seit 20 Jahren war es immer so, dass das Einreisedatum nach drei Monaten galt. Aber auf meine Frage ob nun die 90 Tage gelten oder die drei Monate, wurde mir diesmal der darauffolgende Montag, also nach 90 gezählten Tagen genannt. Die Dame beriet sich per Telefon mit den zuständigen Beamten und so war auch mein Formular noch aktuell, das ich mir vor Jahren mal aus dem Internet runtergeladen habe und immer neu ausdrucke. Das Formular ist im Internet nicht mehr zugängig und wird sonst auch direkt von der Behörde ausgegeben.

Was nötig ist:
  • Kopie der Rückflugdaten/ticket
  • Kopie der ersten Seite des Reisepasses (die Seite mit dem Foto)
  • Kopie des Einreisestempels im Reisepass
  • Ausgefülltes Antragsformular davon später nach Eintragungen von der SAIME eine Kopie
  • ein Foto (besser man hat zwei dabei)
  • Einzahlungsbeleg bei der Bank über 15 U.T. zurzeit = 2655 Bs mit dem Namen des Einzahler, der man selbst sein muss! (Banküberweisungen [transferencias] werden nicht akzeptiert!
  • Ein Schreiben über die Motive der Verlängerung des Visum*
  • "Carpeta tamaño carta" (gelber Pappordner, Größe "carta"; engl. Letter)
Dieses Schreiben* über die Motive der Verlängerung war in den letzten Jahren gefragt, scheinbar wollen sie es in San Diego jetzt nicht mehr haben. Dieses Schreiben ist  "dirigido als ciudadano director Nacional de Control de Extranjeros" zu richten. Also wird nach der Überschrift der eben genannte Ausdruck so wie eine Anrede angegeben. Danach beschreibt man in einigen Sätzen warum man weitere drei Monate im Land bleiben will.

In San Diego steht vor dem Gebäude ein Kopierapparat, dort kann man seine Kopien anfertigen lassen.
Die nächste nahe gelegene Bank ist dann aber wieder in Richtung Big Low Center in der "Calle Este Oeste 102" in der Nähe des Busterminals. In einem kleinen Einkaufszentrum gibt es neben "Banco de Venezuela" auch die Bank "Bicentario", die ist aber auf der Karte nicht eingezeichnet. Bei der Banco de Venezuela habe ich dann, nach erneutem Schlange stehen (drei verschiedene Schlangen je nachdem was man machen will), den Betrag eingezahlt. Die Angestellte der Bank hat dann aber doch nicht meinen Namen auf den Beleg gedruckt und meinte ich solle die Daten selbst drauf schreiben. Das habe ich nun so gemacht und unterschrieben und hoffe so ist es gültig.
Es gibt noch die Möglichkeit mit einer Bankkarte direkt in der SAIME zu überweisen, aber bei meinen Bankkarten hat das nie geklappt. Wichtig ist, dass man selbst zahlt und nicht eine Überweisung von einer dritten Person durchgeführt wird.
Wichtig ist nicht die Bankverbindung für die Abholung von venezolanischen Reisepässen zu benutzen und nicht die speziell vorhandene Bankverbindung für Strafzahlungen (multa) zu verwenden.

Normalerweise gibt man seinen Reisepass mit den oben aufgezählten Unterlagen bei der SAIME ab und bekommt dafür ein Papier mit dem man gültig innerhalb des Landes solange reisen kann, bis die nötigen Stempel für die Verlängerung im Pass sind. In der Regel holt man seinen Pass dann einige Tage später ab. Manchmal klappt es auch am gleichen Tag an dem man die Unterlagen einreicht.







Montag, 25. Mai 2015

Abenteuertour ins Orinoco-Delta, Delta Amacuro, Tucupita (1/2) 25.4.-29.4.2015

Aktualisiert: 25.05.2015

Seit Jahren fasziniert mich das Orinoco-Delta und ich versuche immer mal wieder eine Tour dorthin zu machen. Vom 25.4 bis 29.4.2015 habe ich mich wieder auf den Weg gemacht.
Nachdem ich den Nachtbus von Maracay aus genommen hatte, dann mit dem Taxi (Collectivo, Carrito) nach Tucupita gefahren bin, habe ich noch einen Tag in einem Hotel eingeplant um etwas zu entspannen.
Am nächsten Tag traf ich mich mit den Veranstaltern (die ich inzwischen gut kenne) und wir packten alles Nötige zusammen und trafen uns mit dem Besitzer des Bootes am Malecón. Dann ging es mit dem Boot über den Caño Manamo los. Es ist ein doch recht breiter Fluss, der stark befahren ist, weil hier das Wasser nicht so stark der Ebbe und Flut unterworfen ist wie in den kleinen Caños (Flüssen).
Auf dem Manamo kann man häufig rote Brüllaffen (Aluatta macconnelli) sehen und fotografieren, das ist in den kleineren Caños schwieriger bis unmöglich. Ihr Brüllen ist weit zu hören, in der Dämmerung grenzen sie so ihre Reviere ab.

Guayana-Brüllaffe, Araguato (Aluatta macconnelli)
Wir besuchten die Oma eines Neffen, pflückten dort Limonen und mir wurde eine kleine Kakaopflanze geschenkt. Danach ging es weiter auf dem Manamo.

Freitag, 6. März 2015

Neue Anwendungsbestimmungen für Touristenvisa 06.03.2015

Aktualisiert: 06.03.2015

Letzte Woche war ich in Caracas um mein Touristenvisum zu verlängern. Das habe ich über die letzten Jahre regelmäßig gemacht und hatte das Antragsformular ausgefüllt, zwei Fotos (von denen nur eines nötig war), Kopien des Einreisestempels Kopie der ersten Seiten des Passes, den Überweisungsbeleg und die schriftlich niedergelegten Angaben über die Motive der Verlängerung dabei.

Diesmal wurde mir aber berichtet, ich müsse die Verlängerung in meinem Bundestaat vollziehen und nur spezielle Personen seien dafür zuständig, da "einige Personen aus verdächtigen Gründen" die Verlängerung beantragen würden. Außerdem hätte ich nur 5 Unidades Tributarias überwiesen und es wären 6 Unidades. Man schickte mich also wieder zur Bank, dort habe ich überwiesen und eine geforderte Kopie dieser Überweisung machen lassen, die ich im Anschluss mit Datumsangabe unterschreiben musste. Letztlich wurde mir das Visum dort sofort verlängert, einmal weil die Person sich an meinen Pass durch die vorhergehenden Verlängerungen erinnerte und weil gerade der Chef da war, von dem eine Erlaubnis eingeholt werden konnte. So konnte ich am gleichen Tag mit der gestempelten Visaverlängerung wieder nach Hause fahren.

Achtung: von diesen neuen Anwendungsbestimmungen findet man keine Angaben auf der Internetseite der SAIME, auch haben sich die Gesetze zu den Visabestimmungen seit 2009 nicht geändert. Aber eben die Anwendung dieser Gesetze. Auch über die reduzierte maximale Aufenthaltsdauer von 180 Tagen pro Jahr wird nirgends informiert, aber an den Zollstellen bei Ein- und Ausreise wird darauf geachtet. Man darf insgesamt die ersten drei Monate nach Einreise bleiben, kann das Touristenvisum dann um weitere drei Monate verlängern (siehe oben) und MUSS dann 180 Tage außerhalb Venezuelas bleiben. Die Verlängerung muss am Vortag oder am Tag des Ablaufs des Touristenvisums beantragt werden, früher geht nicht.
Vor einigen Jahren gab es die Anwendungsbestimmungen in dieser Form noch nicht und bisher habe ich auch nirgends eine schriftliche Form davon im Internet oder sonst gefunden.

Dienstag, 9. Dezember 2014

Einreise November 2014

Aktualisiert: 09.12.2014
 

Einreise-, Ausreisebedingungen

Paris, Nebel 10 Grad

Nach einem halben Jahr (180 Tage) außerhalb Venezuelas bin ich mit dem Flugzeug (diesmal wieder mal Air France mit einem super witzigen Steward) pünktlich in Maiquetía gelandet.

Bei der Einreise, nachdem meine Visaverlängerungen aus dem letzten Jahr im Pass durchgesehen wurden, wurde ich streng angesehen und musste die Unterlagen für meinen Rückflug im Mai vorlegen! Seit den letzten zwei Jahren wird stark kontrolliert, ob man auch nicht einen Tag zu früh, also genau nach 180 Tagen wieder einreist. Früher ist man nach einem halben Jahr einfach für ein paar Tage in ein Nachbarland gefahren und hatte bei erneuter Einreise in Venezuela wieder das Turistenvisum, dass für drei Monate gilt (offiziell sind es 90 Tage) und dass man dann pünktlich einen Tag vor Ablauf des Visums bei einem SAIME-Büro verlängern konnte. Die Visumsverlängerung nach drei Monaten gibt es noch, aber nach 180 Tagen in Venezuela MUSS man ausreisen und darf erst wieder nach weiteren 180 Tagen zurück kommen. Nach meiner Erfahrung zählt hier niemand Tage, meist rechnen sie hier mit Monaten, aber um sicher zu sein zähle ich selbst die Tage (den Februar beachten!). Die Gesetze dazu haben sich in der Zwischenzeit nicht geändert, die Anwendung der Gesetze hat sich geändert.

Übrigens muss man auch nach dem Landen nochmal alle seine Koffer und Taschen scannen lassen.

PS: Übergepäck bei Air France wird genau genommen und ist am Flughafen extrem teuer also besser vorher gleich online mit buchen.

Dienstag, 3. Juni 2014

Ladekabel von Dell die Dritte (3/3): Paket in Venezuela von der Post abholen

Aktualisiert: 03.06.2014

In einem Artikel vom September 2013 habe ich über mein kaputtes Ladekabel von Dell berichtet, das mir nicht möglich war in Venezuela zu bekommen: http://humboldtina-venezuela.blogspot.com/2013/09/abenteuer-ersatzteilsuche-fur-dell.html

Und nun 2014 ging die Geschichte weiter.
Im Dezember, ich war schon wieder hier in Venezuela, kam dann endlich das Kabel plus ein neues Akku (stärker) in Deutschland an. Um es nicht mit der Weihnachtspost zu verlieren hat mir mein Bruder das Teil dann am 22. Januar geschickt. Gleich danach bin ich hier zur Post gegangen um dort bescheid zu sagen, dass ich ein Paket erwarte (dann bekommt man eine SMS, wenn's da ist) und stand vor verschlossener Tür mit einem Hinweis von der Kriminalpolizei: die CIPIC hätte das Lokal durchsucht. Häää???

Die Post, drei Angestellte in einem Raum mit Trennwand war ausgeraubt worden (nicht zum ersten Mal). Kein Mensch war zu sehen. Ich fragte Nachbarn, was denn nun sei, ob die nun woanders arbeiten würden, wann sie neu aufmachen würden. Keiner wusste was, allerdings gab es eine Menge Tipps: ich solle es in Valencia versuchen.

Der Paket-Nachverfolgung konnte ich entnehmen, dass das Paket Frankfurt am 27. Januar verlassen hat, dann wurde lapidar mitgeteilt, dass Venezuela nicht an der Nachverfolgung von Paketen teilnimmt. Super.

Aus Erfahrung weiß ich, dass so ein Paket bis zu sechs Wochen unterwegs sein kann und es auch meistens so ist.
Also bin ich Ende Februar wieder hingegangen, sie arbeiteten wieder! Ich wurde schon laut begrüßt, ich sei ja verschollen gewesen und konnte zumindest eine Einladung zur Hochzeit von einer Freundin entgegen nehmen. Und das Paket? Ja das sei da, aber ich müsse es in Valencia beim Zoll abholen. Ich bekam einen großen Zettel auf dem mein Name so falsch geschrieben stand, dass meine Freundin später schallend lachte. Der Absender des Pakets war ganz einfach mit dem Vornamen meines Bruders eingetragen, ohne Nachname, keine Adresse - ok. Zum Glück war auch der Name meiner Freundin angegeben.

Dann kam es: um das Paket beim Zoll abzuholen sollte ich folgende Unterlagen einreichen:
2 Kopien meines Passes
Das Original des Zettels
2 Kopien des Zettels
2 Kopien meiner Steuernummer (RIF)
0,25 Unidades Tributaria (das sind Steuermarken)
1 Briefmarke mit dem Wert von 0,9 BsF.

Steuernummer????, hat ein Tourist nicht, also habe ich noch
2 Kopien des Personalausweises meiner Freundin
2 Kopien ihrer Steuernummer besorgt.

Dann habe ich mir für Donnerstag ein Taxi bestellt, da der Zoll irgendwo versteckt beim Flughafen in Valencia ist. Zum Glück wusste der Taxifahrer Bescheid und hatte Geduld, denn nun ging es richtig los:



Zunächst war vor mir nur eine andere Kundin und ich hatte Glück und die Post zusammen mit dem Zoll arbeiteten schon ab 8:00 morgens. Ich gab meine Zettel ab und mein Paket (Päckchen) wurde gesucht und gefunden. Dann erklärte ich, dass es mein Paket sei und ich als Tourist keine Steuernummer hätte. Also benötigte ich all die anderen Kopien meiner Freundin. Nachdem ich 50 BsF für die Steuermarken und die Briefmarke bezahlt hatte, bemerkten sie dass die Autorisation meiner Freundin fehlte. Ich erklärte, dass ich 2 Autostunden entfernt wohnen würde und bei meiner Post das Paket ja nicht empfangen dürfte und daher mit einem teuren Taxi gekommen wäre und ob ich nun nochmal kommen müsse (war innerlich schon bereit alles nach Deutschland zurückschicken zu lassen, da ich ohnehin in wenigen Monaten zurückfliegen muss). Also berieten sie sich kurz und gaben mir einen leeren Zettel und diktierten mir die Autorisation, die ich mit dem Namen meiner Freundin unterschrieb. Soweit der erste bürokratische Teil.

Es wurde vom Zöllner und dem Postbeamten unter meiner Beobachtung nun das Paket geöffnet und die Teile begutachtet, ja das Kabel und das Akku waren drin. Jetzt musste ich warten, bis der Zollbeamte den Vorgang in seinen Computer eintippte und mir eine Zollrechnung ausdruckte (2 mal). Die musste ich unterschreiben, diesmal mit meinem Namen. Wie er auf den Betrag gekommen ist, war nicht ersichtlich. Dann gab er beide unterschriebenen Kopien an eine Kollegin weiter, die die Angaben auf dem Schreiben in ihren Computer eintippte und mir ACHT Kopien ausdruckte. Ich bekam einen kleinen Zettel dazu, Kontonummer und den Betrag von 3,18 BsF. Bearbeitungsgebühr, die ich extra zu entrichten hätte. Damit schickte man mich zur Bank. Die öffnete aber erst um 9:30. Aber der bisherige Arbeitsaufwand war schon so beträchtlich gewesen, dass ich nicht so lange warten musste bis die Bank öffnete. Allerdings war Schlange stehen angesagt. Ich bezahlte die Zollrechnung von 115,78 und die Bearbeitungsgebühr, der Name meiner Freundin musste genannt werden, bezahlen durfte ich. Dann wurden die acht Kopien mit Kopierpapier bei der Bank in eine Maschine gesteckt, die die Überweisung der Zollrechnung durchdrückte. Die Bank behielt dann 6 Kopien (Was die damit wohl machen?) und gab mir zwei Kopien mit dem gelben Formular der zweiten Überweisung von den 3,18 wieder mit. Damit ging ich nun zur Post/Zoll zurück. Die gaben mir ein Exemplar der Zettel und dann endlich mein Paket. Die ganze Prozedur dauerte zwei Stunden obwohl wir nur zwei Kunden waren. Während einer arbeitete, guckten die anderen in die Luft.

Und dass Beste: auf meinem Durchschlag (einer von 8 Kopien) von der Bank war der Durchdruck gar nicht lesbar.

Montag, 24. Februar 2014

Canaima (1/3) - auf dem Weg zum Salto Angel - Organisation und Warnungen 17.02.2014- 19.02.2014

Aktualisiert: 24.02.2014

Freunde aus Deutschland haben die Reise zum Salto Angel geplant und so haben wir für diese Reise eine Gruppe von vier Personen gebildet.

Viele Jahre wollte ich schon zum höchsten Wasserfall der Welt, dem Salto Angel. Es gibt viele Anbieter für diese Reise, allerdings haben viele einen schlechten Ruf. Viele Veranstalter haben Websites, die über die Modalitäten informieren, aber vor Ort kann von dem Versprochenem erheblich abgewichen werden. Uns ist das passiert (siehe unter "Warnung" weiter unten).

In diesem Artikel will ich über die organisatorischen Dinge schreiben. Während der Tour waren wir in unseren Gefühlen zwischen wütend (aufgrund der Unterkünfte und der Organisation) und dem guten Gefühl die umwerfende Natur zu genießen, gespalten. Über die Fahrt und die Natur werde ich in einem oder mehreren weiteren Artikeln schreiben ohne mich in den negativen Erlebnissen zu verlieren. Diese werden hier, insbesondere unter  der Überschrift Warnung, abgehandelt.

Montag, 10. Februar 2014

Rancho Grande - Nationalpark Henri Pittier 01.02.2014

Aktualisiert: 10.02.2014

Schon lange wollte ich die Biologische Station Dr. Alberto Fernández Yépez "Rancho Grande" in Nationalpark "Henri Pittier" besuchen. Wenn man mit dem Bus von Maracay bis Ocumare de la Costa fährt, kann man nur im Vorbeifahren den Bergnebelwald des Nationalparks sehen. Deutlich wird aber, wie sie die Vegetation mit der Höhenstufe, die man durchfährt, verändert. Fährt man früh, dann durchquert man auf den Gipfelstraßen einen kühlen, dichten Neben, fährt man Mittags, ist der Nebel nicht zu sehen.

1937 wurde der erste Nationalpark Venezuelas mit dem Namen "Rancho Grande" gegründet, erst 1953 bekam er den Namen "Nationalpark Henri Pittier" zu Ehren des in der Schweiz geborenen Botanikers, Ingenieurs, Malers, Naturforschers und Geograph.

"Rancho Grande" liegt auf der Südseite der Berge der Küstenkordilleren (Cordilliera de la Costa) ca. 20 km von Maracay entfernt auf 1100m über dem Meer (10° 21' N., 67° 41' W).


Gebäude in "Rancho Grande"
 

Nachdem man ca. eine halbe Stunde die Bergstraße in Richtung Ocumare de la Costa befahren hat, kommt man zunächst am "Mirador", einem Aussichtspunkt vorbei, später erreicht man ein kleines Restaurant (beide auf der linken Seite gelegen). Ungefähr 100m weiter auf der rechten Seite gelegen, hinter einer Kurve ist das Eingangstor von "Rancho Grande".

Sonntag, 2. Februar 2014

Ausflug mit INPARQUES in Maracay 29.01.2014

Aktualisiert 05.02.2014

Diese Woche habe ich alle Erlaubnisse für den Besuch der Biologischen Station "Rancho Grande" versucht zu bekommen. So kam ich in Kontakt mit dem Personal der INPARQUE, die mich zu dem gestrigen Ausflug einluden. INPARQUE ist die Nationalparkverwaltung in Venezuela. Wir gingen vom "Parque Las Cocuizas" über den kleinen Fluss einfach einen Trampelpfad durchs Gebüsch hindurch.

 
Der Weg führte langsam einen Ausläufer der Berge hinauf. Am "Puesto Uno! gab es die erste Pause.



Hier wird erklärt, dass Pflanzen das Wasser stärker halten,
als wenn es über den blanken Stein fließt.
Die Gruppe bestand aus ca. 30 Lehrern einer Flugschule aus der Nähe der Station, weitere Personen haben sich, wie ich, dazugesellt. Nach ca. 20 Minuten sahen wir einen Hubschrauber über uns hinwegfliegen. Das war ein weiterer Mitarbeiter, der bei einem Überflug durch den Nationalpark die Schäden durch die Feuer in der Trockenzeit fotografierte. Die Feuer werden meist durch menschliche Hand gelegt, nur selten entzündet ein Blitz ein Feuer. Über die regelmäßigen Brände in den Bergen von Carabobo und Aragua hat schon Humboldt berichtet, es gibt auch einen Artikel von mir darüber.
Später habe ich die Fotos ansehen können, die dieser Mitarbeiter vom Hubschrauber aus gemacht hat.


Nur 5 Minuten später sahen wir aus einer Richtung eine Rauchsäule aufsteigen.
Rauchsäule
Es wurde unten per Mobiltelefon angerufen und gebeten die Meldung an den Hubschrauber weiter zu geben.
Es war heiß, aber es gab keine Mücken- oder eine andere Plage. Ich hatte Wasser und ein paar Bonbons mit (später hat mich noch zweimal der Hungerast erwischt).

Dann ging der Weg durch ein dichtes Gestrüpp, es war wie ein Tunnel, gebückt kam man am besten durch. Und dann ging es steiler nach oben.





Silberner Schimmer (Gneis oder Glimmerschiefer?), ich bin kein Geologe.
Humboldt beschreibt die Böden hier:
Die Erhebung der Gneis- und Glimmerschieferschichten im Süden scheint mir großenteils die extreme Feuchtigkeit des Küstenlandes zu erklären.[...] Die Verdunstung ist extrem auf einem steinigen Boden, der von Felsen umgeben ist, die überall Wärme zurückstrahlen. Die Küstenberge gleichen einer Mauer, die sich von Osten nach Westen, von Kap Codera gegen die Tucacas-
Spitze ausdehnt; sie halten die feuchte Luft der Küste, die unteren Schichten der Atmosphäre, die unmittelbar dem Meer aufliegen und die größte Menge Wasser gelöst enthalten, vom Eindringen in das Innere ab. 
 
Euptoieta hegesia hoffmanni
 Am Wegesrand dieser Schmetterling (Euptoieta hegesia hoffmanni), den ich sogar in einem Buch wiederfand.
 
 
Dann waren wir bei den Petroglyphen angekommen.


 
Blick auf Maracay
 
Nach einer Pause wollten einige der INPARQUES- Angestellten noch einen weiteren Weg rauf. Da wollte ich mit.
 
 
 
Allerdings haben mir dann zweimal die Kräfte versagt, jeweils fünf Minuten hinsetzen, Wasser trinken und zwei Bonbons essen und dann ging es wieder. Es hat sich gelohnt.

Aussicht von ganz oben.


Panoramaansicht
 
Auf dem Rückweg dann war es leichter und es fand sich auch eine andere Route, die bequemer zu laufen war. Dann zeigte mir einer der Angestellten den Fußabdruck eines Ozelots ("Cunaguaru" auf Spanisch)  (Leopardus pardalis) . Er ist nicht sehr deutlich zu sehen. Als ich ihn fragte, ob er den Ozelot selbst auch gesehen hatte, sagte er dass er ihn nur gesehen hätte, als sie eine Falle aufgestellt hatten um Messungen an ihm vorzunehmen.



Folgende Bäume konnten wir sehen (unter anderen): Butterblumenbaum, Bototo auf Spanisch (Cochlospermum vitifolium), Ameisenbäume, Yagrumo auf Spanisch (Cecropia sp.).

Wie findet man das INPARQUES Büro in Maracay?

Das A bezeichnet die Stelle an der sich der "Parque Las Cocuizas"
und das INPARQUES Büro befindet (Screenshot).
Nachdem Google mir nicht erlaubte eine Auflösung aus weiterer Entfernung in den Blog einzubinden, hier eben der Screenshot. INPARQUES ist bei Google Map bisher auch nicht verzeichnet. Man muss nach dem "Parque Las Cocuizas" suchen. Gleichzeitig ist es die Endstation der Buslinie, die in den Stadtteil "El Castaño" fährt.

INPARQUES "Las Cocuizas"


Abfahren kann man von der gegenüberliegenden Seite des Busterminals "Terminal de Pasajeros" (mit x markiert). Wenn bei der Rückfahrt mit der gleichen Linie wieder "Terminal" angezeigt wird, dann landet man auch wieder genau dort.

Das x bezeichnet die Stelle an der die Busse nach El "Castaño" abfahren (Screenshot).
Die Öffnungszeiten des Büros von INPQRQUE sind zurzeit: Mo-Fr 8:30-12:30 und 13:30-17:00.



Dienstag, 3. Dezember 2013

Flug HH - Caracas mit Lufthansa

Aktualisiert: 03.12.2013

Diesmal fand ich einen günstigen Flug mit Lufthansa. Was ich leider beim Kauf des Tickets nicht beachtet habe waren die Angaben für die Koffer. Man darf nur ein Freigepäckstück mit 23kg mitnehmen, und der "Umfang" (Höhe + Breite + Tiefe) darf nur 158cm betragen.
Die Preise nach Südamerika für Koffer 24 bis 32kg (dabei nicht größer als 158cm "Umfang) kostet dann nochmal 100€.
Ist das Gepäckstück größer als 158cm und bis 32kg schwer sind es schon 450€. Zwei Gepäckstücke, wobei eines größer als 158cm ist, macht dann maximal 550€.
Letztlich habe ich es geschafft den großen Koffer bei 23,5kg zu lassen und den kleineren als 1. Zusatzgepäck mit 30 Kg zu beladen: 100€. Das halbe Kilo war Kulanz.

Der Flug sollte um 6:00 Uhr starten, also war ich zwei Stunden vorher da, um 4:00. Die Boardingkarte konnte man sich leicht am Automaten ziehen, aber um das Gepäck aufzugeben, musste man an den Schalter. Der Schalter wurde aber erst um 4:25 Uhr geöffnet - warum bin ich so früh aufgestanden?

Auf den Spuren Alexander von Humboldts in Berlin 14.11.-15.11.2013

Aktualisiert 03.12.2013

Eine Freundin aus dem Studium hat mich im November nach Berlin eingeladen, wir hatten uns über 20 Jahre nicht mehr getroffen.

Auf der Hinfahrt wollte ich das Haus in dem Alexander von Humboldt und sein Bruder Wilhelm aufgewachsen sind und in dem großen Park der darum herum existiert, die Grabstätte sehen. Ich habe es zwar gleich gefunden, aber alle Zugänge waren verschlossen. Führungen gibt es nur im Sommer und dann nur Montags, im Winter ist alles geschlossen, auch wenn der Park öffentlich sein soll. Aber es gab eine größere Baustelle und ich habe nach mehrfachen Suchen keinen Zugang zum Park gefunden. Vielleicht gab es ja doch einen, den ich nur nicht gefunden habe.

Also bin ich dann direkt von dort zu meiner Freundin nach Charlottenburg gefahren.

Am nächsten Tag sind wir in das Museum für Naturkunde (Invalidenstraße 43, 10115 Berlin; Di bis Fr: 9.30 - 18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen: 10 - 18 Uhr; Mo geschlossen) gegangen. Wir beide sind Biologen und dadurch war der Besuch noch einmal ganz besonders. Das Gebäude wurde frisch renoviert und die Möglichkeiten die Ausstellungen zu erleben sind modern und vielfältig.

Naturkundemuseum Berlin

Man kann am Eingang ein Gerät mit Kopfhörern ausleihen, welches zu bestimmten Objekten die Erklärungen abgibt.


Kopf des Allosaurus fragilis, wer genau hinsieht, kann den Geifer fließen sehen

Montag, 14. Oktober 2013

Maiquetía - Lissabon - München - Hamburg: Flughafenkontrolle 4.10.2013

Aktualisiert: 14.10.2013

Ich hatte mir schon gedacht, dass die Kontrolle am Flughafen diesmal etwas intensiver werden würde. Eine Woche vor meinem Abflug nach Deutschland hatte die französische Polizei in einem Passagierflugzeug von Air France 1,5 Tonnen Drogen gefunden, es kam aus Caracas.

So wurden die Passagiere gebeten doch schon vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Ich war um 12:00  (Abflug sollte um 16:da, habe noch in Ruhe gegessen und mich dann in die erste Schlange gestellt.

Zum Glück waren die Schlangen schon nach Fluglinie getrennt und die Schalter der Fluglinie waren auch schon geöffnet.

Schon vor Erreichen des Schalters von TAP wurden alle Gepäckstücke incl. Handgepäck gescannt (1). Danach gab es gleich den ersten Tisch zum Auspacken. Ich wurde gebeten den großen silbernen Koffer zu öffnen. Es standen zwar einige Soldaten und weitere Angestellte herum, aber ich musste den riesigen Koffer selbst auf den Tisch wuchten. Nach der Durchsuchung deutete ich auf den roten Koffer, aber den wollte dieser Kontrolleur nicht sehen.

Die nächste Schlange führte zum TAP-Schalter an dem ich beide großen Koffer aufgab und die Boarding-Karte bekam.

Danach ging es wieder zurück in die nächste Schlange, die in den Kontrollbereich für das Handgepäck führte. Als ich direkt an der Eingangsschranke zur Kontrolle der Boarding-Karte stand, wurde dieser Eingang erst einmal geschlossen, da die Handgepäckkontrolle überfüllt war.

Beim Warten fiel mir auf, das mehrere Passagiere Formulare ausfüllten. Mir hatte man aber am TAP-Schalter vergessen das dafür nötige Formular (Ausreiseformular) zu geben. Also bin ich schnell wieder an die Kontrolle vor der Schlange am TAP-Schalter gelaufen, musste nun zum zweiten Mal mein Handgepäck durch den Scanner (2)schicken. Ich bekam am Schalter das Formular und kämpfte mich durch die Menschenmenge wieder zurück an den Eingang zur Handgepäckkontrolle. Dort war immer noch geschlossen. Zum Glück erkannten mich meine Mitreisenden und ich musste nicht wieder hinten in die Schlange.

Als wir in den Kontrollbereich für das Handgepäck kamen, schlängelte sich auch dort wieder eine sehr lange Schlange. Ich packte sofort den Laptop aus, aber nein hier wollte man ihn gar nicht sehen. Ach ja, das Handgepäck wurde gescannt (3).

Danach gab es die Schlange zur Passkontrolle. Ich hatte ein Reiseersatzpapier von der Botschaft (Pass verloren), also musste mal eben der Chef gefragt werden. Letztlich war das aber kein Problem.

Es war so viel Zeit vergangen, dass ich nur kurz Schokolade kaufte und dann gleich zum Gate 26 ging, also am Ende des Terminals.

Dort glaubte ich nicht mehr an einen pünktlichen Abflug. Ich hätte nur 40 Minuten Zeit in Lissabon gehabt um in das nächste Flugzeug nach Deutschland zu steigen, aber mir war schon am Vortag klar, das dies wohl nicht klappen würde.

Das Personal von TAP war für das Boarding schon anwesend, aber es wurde wohl noch das Flugzeug durchsucht, denn ich sah einige Soldaten die Gangway hinunter laufen. Ich vertrieb mir die Zeit mit telefonieren, als ich bemerkte, das einige Passagiere mit einer Warnweste ausgestattet wurden und weggeführt wurden.

Nach einer halben Stunde merkte ich das mein Name falsch ausgesprochen ausgerufen wurde. Mir wurde gesagt, das meine Koffer nochmal durchsucht werden würden und meine Anwesenheit benötigt wurde. Mein Handgepäck könne ich ja am Gate stehen lassen. Das wollte ich nicht (unbeaufsichtigt) und habe es dann mitgenommen ("Ach, sie reisen allein").

Eine ältere französische Passagierin musste mit mir zusammen zu den Koffern gehen. Von einer "Offiziellen" ging es eine Treppe hinunter, eine Warnweste musste für mich noch gesucht werden. Und am Ende der Treppe wurde mein Handgepäck nochmal gescannt (4) und wir wurden in eine Liste eingetragen. Die Französin erzählte jedem sehr laut, ob er es hören wollte oder nicht, dass sie 10 Männer gehabt hätte und daher auch 10 Häuser hätte, auf Margarita leben würde und ein Medium sei, mit Chakren arbeiten würde, aber in medizinischer Hinsicht. Ihr hat es wohl nicht geholfen, denn sie litt unter Nierensteinen und war auf dem Weg nach Frankreich um sich dort operieren zu lassen. Dann wurden wir noch lauthals davon informiert, dass sie nur noch Sex mit jüngeren Männern hätte und keine Beziehungen mehr führen wolle, bei denen sie kocht oder mit dem Mann zusammen lebt. Ab diesem Zeitpunkt dachte ich, ich bin in einem Film.

Wir mussten nun nahe des Rollfeldes, ganz unten bei Hitze ungefähr einen halben Kilometer bis zur Kontrollstelle der Koffer laufen. Wir mussten langsam laufen, da der Französin die Nieren weh taten.
Wir kamen an den geparkten Flugzeugen vorbei und schließlich landeten wir an einem Bereich mit einem Förderband auf dem Koffer nach unten befördert werden konnte um auf die kleinen Anhänger geladen zu werden, die dann in die Flugzeuge gepackt wurden. Dort war ein langer Tisch aufgebaut, mein roter Koffer stand im Hintergrund, aber vor uns waren noch zwei andere Passagiere dran. Ein Hund war angebunden und es lungerten eine Menge Flughafenangestellte und Soldaten in der Nähe herum. An dem Tisch stand ein Uniformierter, der mit einem schweizer Offiziersmesser an einem sehr dick mit Blasenfolie umhüllten Verpackung herumsäbelte. Der Schweiß lief ihm vom runden Gesicht. Ein ältere Dame stand vor ihm, es war ihr Koffer. Er kämpfte mit der Folie und fand nach langem Säbeln und Reißen ein Glas "CheeWeez" (Schmierkäse im Glas, Cheddar-Art).

Nachdem noch ein weiterer Mann aus der vor uns angekommenen Gruppe kontrolliert wurde, waren wir dran, d. h. zunächst die Französin, die wieder von ihren Männern und ihrer Arbeit als Medium erzählte. Aber auch bei ihr wurde nichts gefunden.

Dann wurde mein roter Koffer geholt. Ich hatte in Gefrierdosen, die mit Clips hermetisch abgedichtet werden konnten Marmeladengläser, Bocadillos de Guava (Guavenpaste), Süßigkeiten und zwei Beutel "Chicha" (Pulver mit dem man etwas ähnliches wie einen Milchshake auf Reisbasis machen kann) eingepackt. Diese Chicha war es, die er sehen wollte. Ich bot ihm an, er könne die Beutel ruhig aufschneiden ich hätte durchsichtige ZipLoc-Beutel dabei, aber es roch so stark nach der Chicha, das er darauf verzichtete und dann in seine Liste "Chicha" vermerkte. Ich musste noch unterschreiben und dann durften wird wieder zurücklaufen. Es war aber extrem heiß und mir lief auch langsam der Schweiß das Gesicht herunter.

Wir kamen wieder zu dem Kontrollpunkt an der Treppe, wurden aus dieser Liste dort ausgetragen und man glaubt es nicht, mein Handgepäck wurde gescannt (5). Die Treppe hoch und ich stand wieder am Gate, inzwischen hatten wir schon zwei Stunden Verspätung. Ich fand einen Sitzplatz und sah, wie weitere zwei Personen mit Warnwesten ausgestattet wurden und nach unten geführt wurden.

Nachdem wir bei drei Stunden Verspätung angekommen waren, begann das Boarding. Zunächst wurden allein reisende Damen aufgerufen und wir bildeten eine Schlange, daneben eine Schlange aus Männern. Direkt vor mir stand ein junger Transvestit, alles schick und operiert, sah wie eine Frau aus und war sehr nett. Sie machte sich schon Sorgen.
Es ging langsam die Gangway entlang, unsere Schlange wurde von einer Frau abgetastet, die Männer von einem Mann. Als die/der Transvestit nun an der Reihe war, schreckte die Kontrolleurin zurück, ging einen Schritt zurück, sah in den Pass und wies in die Richtung des Kontrolleurs, der dann aber auch ablehnte sie abzutasten. Dann sollte sie sich an die Seite stellen und warten. Die beiden "Abtaster" waren absolut überfordert, der Transvestit zu Recht sauer und fragte, was das denn nun solle, ob er nicht wie alle anderen auch, kontrolliert würde. Sie blieb an der Seite stehen und ich wurde abgetastet.

Dann kam ich um die Ecke und es war ein Tisch aufgebaut. Ich sollte mein Handgepäck auspacken (6). Ab dem Zeitpunkt war ich langsam sauer, habe angefangen, aber auch alles auf den Tisch auszubreiten. Laptop, alle Kabel, Wechselklamotten incl. Unterhosen, Beutel mit Zahnpasta etc. Die Kamera sollte ich dann doch nicht mehr auspacken und wieder alles einpacken.

Mit drei Stunden Verspätung sind wir dann losgeflogen.

In Lissabon haben wir uns dann in die nächste Schlange gestellt. Wir bekamen ein oder zwei Telefonkarten um die Familie anzurufen und eine neue Boarding-Karte für den Weiterflug. Für mich hatten sie einen schönen großen Zettel. Darauf stand, dass ich zunächst nach München fliegen müsste und danach erst nach Hamburg, Aufenthalt in Lissabon drei Stunden. Ankunft in Hamburg abends um 21:00 Uhr, statt 11:00 Uhr vormittags.

Danach in die Passkontrolle, ach und wieder in die Handgepäckkontrolle (7). Da wir ja so lange in der Schlange gestanden hatten, war da nicht viel los und ich bat um Verständnis und fragte erst einmal ob sie den Laptop sehen wollten - natürlich. Hier wurde ich dann zum ersten Mal nach dem Beutel mit den Flüssigkeiten gefragt! Also wieder alles ausgepackt.
An der Information bekam ich dann die beiden neuen Boarding-Karten.

Der Flug nach München startete mit Verspätung. Langsam macht ich mir Gedanken, ob wohl meine großen Koffer das ganze Hin und Her überstanden hätten und auch mit mir im Flugzeug landen würden und vor Allem dann auch den Weg in das Flugzeug nach Hamburg finden würden.

In München gab es noch eineinhalb Stunden Aufenthalt, so machte die Verspätung nicht viel aus.

In Hamburg angekommen musste ich allerdings etwas länger warten, bis sie dann doch auf dem Laufband lagen, die beiden großen Koffer. Allerdings interessierte sich niemand dafür, ob es auch meine Koffer waren, ich konnte ohne Kontrolle den Flughafen verlassen.

Dienstag, 17. September 2013

Caracas 12.09.-14.09.2013 Visumsangelegenheiten und Ladekabel (2/3)

Aktualisiert 03.10.2013

Das Visum nach der Rückkehr von Aruba war nun nach drei Monaten abgelaufen. Ich hatte es immer so verstanden, und so wurde es auch letztes Jahr gemacht, dass ich jeweils nach einem Auslandsaufenthalt es sich für drei Monate automatisch verlängert und ich danach wieder für 3 Monate das Visum verlängern kann. Aber Überraschung, das soll nun nur noch einmal im Jahr möglich sein, auch wenn es letztes Jahr noch ging. Vielleicht hing es damit zusammen, das an dem Tag als ich in der SAIME in Coche war, auch die Chefin anwesend war. Ich hatte allerdings die Visumsgebühren von 535 BsF. schon überwiesen und eine Kopie davon gemacht (braucht man). Nachdem ich ja nun die Erfahrung gemacht habe, dass man das Visum nicht eine Woche vorher verlängern kann, kam ich also wie gewünscht einen Tag vor dem Ablauf des Visums in die SAIME. Und letztendlich bekam ich den Tipp, doch eben nach Kolumbien über die Grenze zu fahren (dauert aber auch mindestens 8 Stunden im Nachtbus und im Moment sind kaum Plätze zu finden, da Ferienende ist und ab Montag die Kinder wieder in die Schule müssen). Nachdem ich mich schon nach Caracas mit einer dicken Grippe und elenden Husten geschleppt habe, bin ich mit einem doofen Gefühl nun also illegal im Land. Wie so viele Andere, wurde mir von allen Seiten versichert. Es fehlen nur drei Wochen, bis ich nach Deutschland fliege. Ich hoffe in der nächsten Woche fühle ich mich etwas besser, dann kann man das vielleicht noch erledigen, mal sehen. Das schon überwiesene Geld für das Visum kann ich wohl per Nachweis im nächsten Jahr nochmal verwenden. Früher soll das angeblich nicht möglich gewesen sein.

 

 


 

Hotel Altamira
Untergekommen bin ich wie schon früher im Hotel Altamira (Av. Jose Félix Sosa, Cerca de la Torre Británica, Altamira, Caracas). Inzwischen kostet das Einzelzimmer (Matrimonial) 550 BsF. Man sollte gleich beim Einchecken nach einer Fernbedienung für den Fernseher fragen, die sind knapp und wer zu spät fragt, darf mit hoch ausgestrecktem Arm die Kanäle wechseln, da der Fernseher wie in vielen einfachen Hotels üblich in der oberen Ecke des Zimmers angeschraubt ist. Für die Fernbedienung zahlt man 50 BsF. Pfand, die man wieder zurückbekommt. Diesmal habe ich Zimmer 607 und die Dusche ist noch kleiner als sonst; der Badevorhang klebt einem beim Duschen am Körper, also lasse ich ihn offen und das Bad steht eben unter Wasser. Heißwasser gibt es, ich weiß aber nie welcher der beiden Hähne Kalt- oder Heißwasser ist.

Nachdem das mit dem Visum nicht geklappt hat, habe ich am gleichen Tag noch versucht ein Ladekabel für den Laptop zu besorgen. Den Laden (Celsys), den ich im Internet rausgesucht habe war nur zwei Metrostationen von Altamira entfernt in Dos Caminos (Av. Sucre con Segunda transversal de Los Dos Caminos, anexo a galpón de Seguros Banesco), aber kein Taxifahrer war bereit mich dort hinzufahren. Zuviel Stau. Es war aber schon nach 16:00 und der Laden macht um 17:00 zu. Also rein in die Metro, kurz nochmal fragen, ob die Richtung auch stimmt. Beide Endstationen fangen mit dem Buchstaben P an, daher verwechsle ich die Richtungen dauernd. Die Endstationen heißen Palo Verde und Propatria. Da vor Palo Verde die Station Petare kommt (ein Virtel mit hoher Kriminalität) und Palo Verde übersetzt grüner Stock heißt, versuche ich mir die Eselsbrücke zu merken, das es Stockhiebe in Richtung Petare gibt. Also in der Metro ein neues Spiel, die Metro ist voll und die Türen gehen auf und zu und auf und zu und auf und zu, bis es endlich losgeht.

In Dos Caminos angekommen, habe ich mal wieder die Orientierung verloren. Jede Metrostation hat mehrere Ausgänge, wo und in welche Richtung ich wieder das Licht der Erde erblicke ist mir jedes Mal sehr fremd. Nach einigem Fragen rannte ich fast los, musste aber bergauf, erkannte dann den Anbau der Banco Banesco und trat in einen kleinen, ca. 10-15qm großen Raum. Gerade noch rechtzeitig. Ich konnte dann durch eine Luke beschreiben, was für ein Ladekabel ich brauchte, und dass ich gern (da nur noch 48% Akkuladung) beide Kabel angeschlossen haben wollte um schnell umstecken zu können. Das neue Kabel lädt jetzt den Laptop. Der Rechner meckert immer noch und meint nur ein 90 Watt Ladekabel erkannt zu haben. Auch wenn man mir versicherte, mir für 750 BsF. ein 130W Kabel verkauft zu haben. Na wenigstens wird das Akku nun geladen. In Deutschland besorge ich mir dann zwei Originalladekabel, zur Sicherheit (plus Ersatzakku, man weiß ja nie).

Das Café Ciel (Avenida Luis Roche, local 3 edificio Elena PB, Urb. Altamira, Caracas) gibt es noch, dort habe ich am Freitag gefrühstückt (Samstag war geschlossen).


Heute (13.09) hat es unheimlich geregnet und dann haben sie aufgrund Stromschwankungen mehrfach den Aufzug abgestellt. Zum Glück jedes mal dann, wenn ich runterlaufen konnte, ich musste nie in den sechsten Stock hochlaufen.
Nachdem ich noch mit viel Glück für Samstag den 14.09 ein Ticket zurück nach Maracay ergattern konnte (allerdings Abfahrt erst um 15:00, d. h. Ankunft in Maracay erst um 18:30, da wird es dann schwierig ein Taxi nach Mariara zu finden).
Später am Tag habe ich versucht ein botanisches Fachbuch zu besorgen. Es ist erst 2010 erschienen und von der UVB veröffentlicht worden. Es gab immer Fachleute, die mit Hilfe von wissenschaftlichen Vereinigungen Fachbücher über Meeresfische, Pflanzen, Rote Listen herausgegeben haben (siehe meine Bücherliste). Aber in den letzten Jahren haben viele Buchläden wie z.B. Macondo in Chacaito geschlossen.

Der Boulevard von Sabana Grande mit Bronzeskulpturen

Es bleiben:
TechniCiencias: der beste soll in C.C. Sambil in Altamira sein, hier habe ich oft gute Bücher gefunden.
C.C. Sambil, Altamira


Nacho: nicht so viel über Biologie (fast überall dort wo es auch Techniciencia gibt)
Liberia el mundo del libro ( 2da. Calle del Boulevard de Sabana Grande, entre Boulevard y la Av. Casanova, Local G-1, Sabana Grande, Caracas): hatte Potenzial, aber ich fand dort nichts.
Liberia coliseo (Boulevard de Sabana Grande, Caracas): nichts mit Biologie, nur Bestseller und Schulbücher
La Fogata del Pollo

Abends bin ich in die Fogata de Pollo (1era Avenida Sur Altamira - Altamira - Caracas) gegangen, das Essen ist einfach, aber sehr gut. Da es auch in der Nähe des Hotels liegt, kann man die 50 Meter auch gehen.
 

Am Samstag bin ich zuerst frühstücken gegangen. Da das Café Ciel geschlossen hatte, habe ich eben in der daneben liegenden Bäckerei Kaffee getrunken. Danach bin ich mit einigen alten Büchern zur Banco de Libros in Altamira (Avenida Luis Roche; Urbanización Altamira Sur; Caracas) gelaufen um einige alte Bücher zu spenden. Da überall geschlossen dran stand, wollte ich schon wieder gehen, als einige Arbeiter mich stoppten und sagten, hinten in der Ecke sei jemand. Ich konnte meine Bücher also da lassen.

Gleich neben der Banco de Libros gibt es einen Souvenirshop. Ich stehe ja nicht so auf Souvenirs, aber Venezuela hat in der Hinsicht auch sehr schöne Holzartikel aus Caoba = Amerikanisches Mahagoni (Swietenia macrophylla). Ich habe eine schöne Tasche aus Morichefasern (Mauritia flexuosa) gefunden.


Schnitzereien aus Caoba


Tasche aus Morichefasern

Danach habe ich nochmal versucht die Libería Alejandra zu finden, bin mit dem Taxi ins C.C. Las Mercedes gefahren, aber die habe dort zwar viele Kunstbände und Romane, aber nichts über Biologie.
Also bin ich von dort zu Fuß nach Chacaito gelaufen und dort in einem Kaufhaus bis kurz vor Auscheckzeit im Hotel rumgeschlendert. Es wurde knapp, ab 13:00 Uhr muss man aus dem Zimmern, kann das Gepäck aber danach noch unterstellen. Wer verspätet kommt, der darf einen Tag mehr bezahlen. Ich kam zwar etwas zu spät, aber zum Glück hat niemand auf Nachzahlung bestanden.

Eine Rückfahrt nach Maracay mit Aeroexpreso Ejecutivo habe ich nur noch für 3:00 Nachmittags bekommen und dann gab es aus unerfindlichen Gründen für fast alle Busse nochmal eine Verspätung (selten bei dieser Linie). Als ich in Maracay ankam, war es 19:00 Uhr und es gab keine Taxis mehr. Aber zum Glück hat mich meine Nachbarin abholen können. Fast jeder in Venezuela wird in seiner Freizeit zum Taxifahrer und verdient sich damit was nebenbei. Wichtig ist, das man die Personen gut kennt.
Die nächste Reise also Richtung Kolumbien?

Update: Eine Ausreise nach Kolumbien nach Aufenthalt von 180 Tagen pro Jahr bedeutet, dass keine erneute Einreise nach Venezuela gewährt wird!

Dienstag, 3. September 2013

Abenteuer Ersatzteilsuche für Dell Laptop in Venezuela (1/3) UPDATE

Aktualisiert: 03.12.2013 UPDATE

Mir ist das Ladekabel (AC Adapter) meines Laptops am Sonntag durchgebrannt, es stank nach Chemie und der von mir benutzte Geräteschutz (Protector) ist auch gleich mit durchgebrannt. Panik! Die ersten Recherchen im Internet nach einem neuen Kabel habe ich also auf Akkuleistung machen können.
Sucht man im Internet, bekommt man auf den Seiten "Mercado Libre" einige Angebote, die allerdings nie den Kaufort angeben und nur wenige Angaben zum Kabel machen.
Es blieben mir 57% Ladung. Ich bin also am Montag nach Maracay gefahren, habe dort die Einkaufszentren durchstöbert, bin bis Palo Negro gefahren, aber ich benötige ein 130Watt (Input: 100-240V 50-60 HZ 2,3A Output: 19,5V 6,7A) Ladekabel von Dell.

130Watt Ladekabel Dell

Freitag, 30. August 2013

San Felix, die Schwester von Puerto Ordaz - Parque Cachamay

Aktualisiert: 30.08.2013

19.08-27.08.2013
Es ist Urlaubszeit in Venezuela und da muss man flexibel sein. Die Freundin, die ich in Onoto besucht habe lebt eigentlich meist in San Felix und hat mich eingeladen.

San Felix gehört zur Ciudad Guyana und diese Ciudad Guayana besteht aus Puerto Ordaz und San Felix im Bundesstaat Bolivar. Puerto Ordaz ist die große, moderne Industriestadt mit vielen modernen Einkaufszentren einer Bauxit-Industrie und modernem Flughafen. Ciudad Guayana wurde erst 1961 gegründet, das alte San Felix und die neue Stadt Puerto Ordaz zusammengeführt und modernisiert. Neuere Stadtgebiete sind so geplant, dass sie jeweils ihre Infrastruktur mit medizinischer Versorgung, Hauptplatz etc., besitzen.

San Felix ist die kleine ärmere Schwester, weniger Industrie, weniger Geld, größere Probleme. Sie ist aber auch der Standort für die Stadtverwaltung der Ciudad Guayana.
 
Parque Cachamay Panorama

Donnerstag, 11. Juli 2013

Onoto - Anzoategui 03.07.- 07.07.2013

Aktualisiert: 12.07.2013

Schon lange wollte ich eine Freundin besuchen, die zwischen Maturín, San Felix und Onoto pendelt. Sie lud mich schließlich nach Onoto (Bundesland Anzoategui) ein, zu einer Hochzeit einer Nichte. In Venezuela gibt es mehrere Orte die Onoto heißen. Humboldt berichtet z.B. von einem Onoto zwischen Maracay und Tumero.

Hinfahrt

Ich fuhr von Valencia mit "Rodovias" nach Puerto Piritú. Es war wieder eine Busfahrt über Nacht, nicht so sehr bequem (147,40 BsF). Im Internet fand ich keine Angaben darüber das diese Buslinie überhaupt nach Puerto Piritú fährt, aber direkt im Terminal angekommen konnte ich diesen Transport buchen. Man kann 15 Tage vor dem Abreisetermin buchen, 30kg Gepäck (1 Stück) mitnehmen. Der Ticketschalter ist von 5:30 am Morgen bis 9:30 am Abend geöffnet. Die Busse sind nicht ganz so modern wie diejenigen von Aeroejecutivo Express und es wurde kein Film gezeigt.

Terminal Valencia Rodovia

Man ließ mich aber nicht am Terminal von Puerto Piritú aussteigen, sondern an einer Kreuzung, die Tejar heißt. Von dort fahren die "Collectivos" oder "Carritos" nach Onoto. Da ich aber um vier Uhr morgends dort ankam, ließ ich mich zunächst bis zum Busterminal von Puerto Piritú fahren (Taxi; 30 BsF.). Dort gibt es eine Toilette und es ist etwas sicherer. Als ich um ca. sechs Uhr wieder zur Kreuzung Tejar fahren wollte, waren die Taxifahrer am Busterminal sehr unwillig. Sie boten mir an mich mit ihrem Taxi nach Onoto zu bringen und lehnten es ab die kurze Strecke nach Tejar zu fahren. So bin ich bis zur nächsten Straße gelaufen und habe mir dort ein Taxi nach Tejar gesucht (20 BsF.) Dort angekommen, dauerte es noch eine Weile, bis der dortige Fahrer des "Collectivos" alle Passagiere Richtung Onoto beisammen hatten (Tejar nach Onoto 40 BsF).

Gegenüber der Abfahrtstelle gab es einen kleinen Laden aus Holz. Mir gefiel der Spruch, der dort angebracht war: "Coco frío - Sin coco no hay paraíso" = "Kalte Kokosnuss - ohne Kokosnuss gibt es kein Paradies".



Wir fuhren los. Die Strecke hatte Abschnitte wo die Straße gerade frisch repariert war, aber die restlichen 80% der Strecke waren mit Löchern in der Größe von Kratern versehen. Das führte dazu, dass der Fahrer im Zickzack alle Löcher umfuhr. Der Gegenverkehr machte das genauso. Die Fahrer sind das allerdings gewöhnt und so schonten sie die Autos so gut es ging. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden bis wir in Onoto ankamen.

Meine Freundin hatte mir per SMS die genaue Adresse angegeben, aber der Fahrer fuhr irgendwie Richtung links und nochmal rechts, links, ohne genau zu wissen wohin er fährt. Schlussendlich ließ er mich an einem riesigen Wassertank raus; ich fragte noch, ob das jetzt die Haltestelle sei und er meinte nur ich solle doch die nächsten Passanten fragen, gab mir mein Gepäck, drehte den Wagen und fuhr weg.

Ankunft

Die Frau, die mir mit ihren beiden Mädchen gleich beim Aussteigen entgegenkam und die ich fragte, ob das die Haltestelle sei, fragte nur, ob ich nicht die deutsche Freundin sei auf die meine Freundin wartete. Als ich bejahte, griff sie einen der Koffer und meinte man hätte mich am anderen Ende des Dorfes gebracht, aber sie wäre gerade auf dem Weg zum Haus meiner Freundin. So liefen wir einen Kilometer quer durch das Dorf bis zum Haus meiner Freundin und freuten uns darüber, das der Zufall das Problem sogleich gelöst hatte.

Meine Freundin hatte mich gebeten meine Hängematte mitzubringen. Das Haus wurde mit jeder Stunde voller, weitere Gäste kamen an. Es gab nur eine Klimaanlage in einem kleinen Raum, so schliefen die meisten in der "Chinchorro". Die "Chinchorro" ist so etwas wie eine Hängematte, wird aber mit ca. 1cm Schlaufen wie ein Fischernetz geknüpft. Sie ist kühler als eine Hängematte, die aus einem fest gewebten Stoff besteht. Gewaschen haben wir uns draußen, das Wasser kam zwar recht regelmäßig, aber mit wenig Druck, so dass große Fässer gefüllt wurden, aus dem man das Wasser zum Abwaschen, Duschen und für die Toilette schöpfte.

Hochzeitsvorbereitungen

Am nächsten Tag sollte das Rind geschlachtet werden. Wir sind dann aber doch zu spät gekommen um noch viel davon zu sehen. Ein Schlachter und die Frau des Hauses waren beim Zerkleinern schon sehr weit gekommen. Das Rind wird an ein Gestänge gehängt, die Haus wird abgezogen, die Innereien entfernt und dann wird langsam das Fleisch abgeschnitten.

Gestänge zum Schlachten


Es wurde nebenbei gleich ein Feuer entzündet auf dem das erste Fleisch gegrillt wurde. Es ist sehr lecker und wird mit Casabe gereicht.

 

Gegrilltes Rindfleisch mit Casabe

offenes Feuer

Casabe wird aus frischer, geraspelter Yucca (Manihot esculenta) hergestellt und ist insbesondere im Osten Venezuelas verbreitet. Es hat nicht viel Eigengeschmack, aber Soßen und Suppen lassen sich gut damit aufsaugen.

Bäume in Onoto

Im Hof standen ein großer Schatten spendender Katappenbaum (Terminalia catappa), auf Spanisch "Almendrón". Die Nüsse soll man essen können.


Schattenspendender Terminalia catappa
Früchte, noch grün, des Katappenbaums

Auch ein Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus), auf Spanisch "Grosella", der gerade Früchte trug stand in der anderen Ecke. Diese Früchte schmecken etwas sauer und das Fruchtfleisch erinnert etwas an einen harten Apfel.


 


Grosella-Frucht

Kunsthandwerk

Auf dem Rückweg trafen wir einen Mann, der selbst hergestelltes Kunsthandwerk verkaufte. Nach einigem Reden hat er mir dann aber das gelbe Boot geschenkt.


Kunsthandwerk Onoto

Plaza Bolivar in Onoto 

Am nächsten Tag sind wir an der Plaza Bolivar in Onoto vorbeigekommen. Dort steht die Kirche von Onoto. Die Plaza ist mit Marmor ausgelegt und die Gartenanlage ist sehr gepflegt.

Plaza Bolivar, Onoto mit Brunnen

Statue von Simon Bolivar in Onoto

Plaza Bolivar in Onoto mit Marmorboden

Marmorboden in Onoto

Ruhebank, Plaza Bolivar, Onoto, Anzoategui

In den Grünanlagen der Plaza finden sich drei große, runde Kugeln aus Stein. Diese Kugeln wurden beim Bau eines Staudamms gefunden. Wie sie so rund werden konnten ist unbekannt. Aus ersten Forschungen leitet man ab, das sie von Menschen so geformt wurden.

Große Kugel, Onoto

Innen hat die Kirche sehr viele religiöse Statuen und einige Gemälde. Zentral am Altar steht eine Figur des St. Andrés mit einem Fischernetz. Die Wände, Decken und Säulen sind mit Holz verkleidet, die großen Türen sind auch aus Holz. Als eine der wenigen Kirchen besitzt sie noch einen klassischen Beichtstuhl.

Kirche in Onoto

In der Nähe steht das kleine Gebäude der Gemeindeverwaltung. Die wurde jedoch von protestierenden Schülern abgebrannt.
Der Ort ist sehr ruhig, die Häuser gepflegt. Jedoch gibt es nur Mototaxis, d.h. Motorräder als Taxis.
Erstaunlicherweise hat es sehr viele Familien aus Mariara nach Onoto verschlagen.

Apotheke in Onoto

Der Ort hat an die 15.000 Einwohner, die Venezolaner nennen ihn dennoch ein Dorf. Gegründet wurde Onoto 1748. Gearbeitet wird heute hauptsächlich in der Landwirtschaft und Viehzucht. Viele Einwohner arbeiten in Puerto La Cruz oder Barcelona, haben aber noch ihr Haus in Onoto. Onoto gilt als Eingangstor zu den Llanos.

Transport von Milchkannen


Sancocho

Mittags wurden einige Kilos des Fleisches vom am Vortag geschlachteten Rind für ein "Sancocho" kleingeschnitten. Das war etwas schwierig, weil es über Nacht eingefroren wurde und wir mit riesigen, aber stumpfen Messern an dem Eisblock versuchten Fleisch von Sehnen und Knorpeln zu unterscheiden und abzuschneiden. "Sancocho" wird in Südamerika überall mit unterschiedlichem Fleisch oder Fisch zubereitet. Aber immer in großen Töpfen unter freiem Himmel, meist auf Holzfeuern.

Im Frucht- und Gemüseladen wird auch mal ein Schwein verkauft

Man kauft im Ort eine "Variation an Gemüse" und bekommt Ñame (Dioscorea sp.), Kürbis (Curcubita sp.), Yucca (Manihot esculenta) und eine Art Kochbanane, die "Topochos" (Musa paradisiaca) heißen. Beim Schälen dieser kleinen, sehr festen und grünen Kochbanane bleiben die Hände schwarz und diese Flecken sind schwer zu entfernen. Zwiebeln, und Ají (kleine, aromatische, Paprika-Art), Kartoffeln wurden hinzugefügt, einige Suppenwürfel dazu. Die Suppe wurde im Freien mit Holzfeuer lange in einem großen Topf gekocht.

Sancocho

mit Limonensaft gewürzt
Bei einem dieser Suppen erzählten man sich Geschichten über Papageien, die in der Nachbarschaft leben. Es gab einige, die jeden Morgen um 6 Uhr die Nationalhymne sehr laut sangen. Sie hatten das wohl aus dem Radio gehört.
Andere Papageien antworteten in der Stimme der Hausherrin wenn Besucher am Tor riefen: "Hallo Ana!". Sie riefen: "Ich komme gleich", auch wenn niemand zu Hause war.

Hochzeit

Am Abend sind wir dann zu der Hochzeit gegangen. Sie fand in einem sehr großen, überdachten Festsaal statt. Die Seiten waren offen und eine kühle Briese wehte beständig. Es war eine zivile Hochzeit, die Standesbeamtin und der Bürgermeister waren bei der Vertragsunterzeichnung anwesend.


geschmückter Festsaal


Tisch mit den Häppchen

 
Traditionen wie Brautübergabe, Tanz der Brautleute, Anstoßen auf die Braut, Brautstrauß werfen und Strumpfhalter mit dem Mund vom Bein ziehen gab es hier auch. Die Torte wird jedoch erst am nächsten Tag angeschnitten und an die Gäste verteilt.
Im hinteren Bereich des Festgeländes war ein Grill auf gebaut auf dem das Fleisch des am Tag zuvor geschlachtete Rindes gegrillt und zerkleinert wurde. Es gab einen Tisch mit einigen Häppchen und regelmäßig wurde verschiedene kleine Gerichte an den Tisch gebracht.





Getanzt wurde sehr ausgiebig zu allen Rhythmen. Eine Gruppe mit vier Sängern spielte bis Nachts um 3 Uhr und danach stellte jemand sein Auto mit mehreren, großen, eingebauten Lautsprechern in die Nähe der Tanzfläche und es ging mit Musik aus dem Autoradio weiter. Die Gruppe war aus Onoto und eine der Sängerinnen war mit der Braut verwandt. Zusätzlich spielte zwischendurch eine Samba-Gruppe aus Onoto, die waren so gut wie ich es noch nie zuvor gehört hatte. Mit Handzeichen und Mimik sprachen sie sich während des Spielens ab.





Um 12 Uhr nachts gibt es in Venezuela die sogenannte "Hora Loca", die verrückte Stunde. Es werden Masken, Hüte, Pfeifen, Hawaiketten und Tröten verteilt und jeder darf sich eine Stunde lang so ausleben wie er möchte. Die "Hora Loca" wird auch bei Geburtstagen oder anderen Festen in Venezuela veranstaltet. Es ist aber eine relativ neue Tradition, ich kenne sie erst seit den letzten 10 Jahren.

Am nächsten Tag wurde im Haus eine leichte Suppe zubereitet um die Körper der Gäste nach ausgedehntem Tanzen und Trinken wieder zum Leben zu erwecken.

Arepas aus Mais

Wir gingen auch zwei Ecken weiter zu einer Nachbarin, die selbst hergestellte Arepas aus Mais machte. Es wird dazu der trockene Mais zunächst 1,5 Stunden in Wasser gekocht, durch den Wolf gedreht und die Masse gut durchgeknetet.


Teig und geformte Arepas aus Mais

  
Nach dem Formen der Arepas, wurden sie auf dem Grill fertig gebacken. Im Gegensatz zu dem vorgekochten und dann getrocknetem Maismehl "Harina Pan" haben diese Arepas aus Mais noch Stücke der Maisschale in der Masse. Sie waren außerordentlich weich und sehr lecker.



Arepas auf dem Grill
 
 
Sehr lecker mit Käse und "Suero", frische, etwas angesäuerte, dicke Milch.

Rückfahrt

Für die Rückfahrt hat und die Schwester meiner Freundin "Rosquillas" gemacht. Dazu wird Harina Pan mit Wasser zu einem gleichmäßigen Teig verknetet, wie er für die herkömmlichen Arepas gemacht wird. Es werden aber einig Bananen und geriebener Käse (in Venezuela gibt es viele verschiedene Sorten von Käse, die fast alle dem Feta-Käse ähnlich sind; sie sind zu 90% weiß) mit in diese Masse geknetet. Danach werden kleine Teigrollen geformt, die jeweils zu einem ovalen Ring verbunden werden. Das Ganze wird in Öl frittiert. Sehr lecker.

Am nachfolgendem Tag der Hochzeit, abends sind wir zunächst mit dem Taxi nach Zaraza gefahren und von dort mit dem Nachtbus (175BsF.) nach Maracay. Die Karten hatte jemand vormittags in Zaraza besorgt (benötigt wurde die Ausweise, Pässe). Der Bus war voll besetzt (ein Sonntag nachdem der Freitag ein Feiertag in Venezuela war; Unabhängigkeitstag) und wir hatten Glück Plätze zu bekommen. Eine sehr dicke Frau bekam nur noch einen Notsitz. Sie war so breit, dass ihre Schenkel bis auf meinen Sitz reichten, ich darunter den Griff suchen musste, um meine Lehne nach hinten zu kippe, sie fuhr aber nur bis Valle de Pascua. Die Fahrt ging von Zaraza über Tucupido, Valle de Pascua, San Juan de los Morros nach Maracay. Die Busgesellschaft hieß irgendwie "Zaraza Centro" oder so ähnlich.

In Maracay kamen wir um 3 Uhr nachts an und warteten bis um 5 Uhr um ein sicheres Taxi zu bekommen. Die Wartehalle im Terminal in Maracay ist nachts sehr sicher, man kann sie bis morgens um sechs nur von den Bussen aus betreten (der Bereich ist abgeschirmt), jedoch nicht vom restlichen Teil des Terminals. Wenn man einmal diesen Warteraum verlassen hat, kann man nicht wieder zurück. Erst ab sechs Uhr wird der Haupteingang für Abreisende geöffnet. Der Taxifahrer ließ sich aber jeden Abstecher, den wir benötigten um alle Insassen jeweils in ihrer Straße in Mariara abzuladen, extra mit 30 BsF Aufschlag bezahlen.

Einige Hinweise zur Historie von Onoto
http://coranztur.com.ve/municipios/cajigal/info.htm  [es]