Montag, 27. Januar 2014

Grüner Leguan - Iguana iguana iguana - Iguana (1/2), in Montalbán

Aktualisiert am: 15.01.2014 (auch hier)


Heute musste ich leider die Nachbarn dabei beobachten, wie sie mit einer Zwille einen kleinen, schmalen, noch jungen grünen Leguan (Körperlänge ohne Schwanz nur ca. 30cm) aus den Bäumen geholt haben, ihn gefangen und mit einem Stein den Schädel eingeschlagen haben. Grüne Leguane werden in Venezuela (unter anderem im Nationalpark Canaima von den dort lebenden Einwohnern5) und in anderen süd-oder mittelamerikanischen Ländern (z.B. Belize, dort "Bamboo Chicken" genannt(2)) von einigen Leuten als Delikatesse gegessen. Ich hatte den Nachbarn früher schon vorgeschlagen, dass sie doch lieber Hühnchen essen sollten (der Geschmack eines Leguans soll dem des Huhnes ähneln), aber der Naturschutzgedanke erreicht hier nicht jeden. Ich würde es verstehen und akzeptieren, wenn es sich um Menschen handeln würde, die Hunger leiden, aber das ist hier nicht der Fall. Zum Schluss wurde noch der fünfjährige Junge gelobt, weil er das Tier im Baum entdeckt hatte.

Bei meinen Freunden ist es anders. Als ich morgens in Montalbán in dem kleinen Schwimmbecken einen großen Leguan sah, der von allein nicht mehr hinaus klettern konnte, haben wir ihn mit einer Harke herausgeholt. Dabei konnte ich beobachten, das der Leguan (obwohl es morgens doch recht kühl ist und der Leguan als Kaltblüter daher noch nicht so aktiv sein kann) recht schnell schwimmen konnte.

Der Grüne Leguan (Iguana iguana iguana) schwimmt sehr gut

Die Kräfte verließen ihn dann aber nach einiger Zeit, so dass wir ihn aus dem Becken befreien konnten.

Rettung
In einem Gebüsch versteckte er sich und so hatte ich die Chance einige Fotos zu machen bis er sich erholt hatte und verschwand.

Durch seine Färbung gut getarnt.

Hätten wir den Leguan nicht aus dem Becken geholt, wäre er nach einiger Zeit ertrunken. Grüne Leguane halten sich häufig in der Nähe von Flüssen oder Gewässern auf und fallen regelmäßig in das Schwimmbecken oder suchen das Wasser aktiv auf. Wenn es voll gefüllt ist, kommt der Leguan allein wieder heraus.

Es war ein großes (Gesamtlänge ca. 1,5m), ausgewachsenes Tier, dass nicht so stark grün gefärbt war und beim Fotografieren versuchte sein Auge hinter den Stängeln der Pflanzen zu verbergen und mich trotzdem versuchte im Blick zu behalten.

 



Es gibt zwei Unterarten des Grünen Leguans (Iguana iguana), der in Mittelamerika verbreitete Grüne Leguan hat auf der Schnauze drei kleine Hörner (Iguana iguana rhinolopha), die in Südamerika verbreitete Unterart Iguana iguana iguana (Nominatform) hat diese Höcker nicht(1).

es folgt der Steckbrief

Montag, 20. Januar 2014

Glattschnabelani - Crotophaga ani - Garrapatero común (2/2) in Montalbán

Aktualisiert 20.01.2014

Anfang Januar bin ich spontan aufs Land nach Montalbán (Carabobo) gefahren. Leider hatte ich nicht alle Akkus vollständig geladen und so war mit Fotografieren nach einigen Stunden Schluss.

An der Straße, neben einer Orangenplantage auf der Pferde grasten fand ich wieder eine Horde von Glattschnabelanis (Crotophaga ani). Den Steckbrief zu diesem Vogel hatte ich im letzten Jahr schon veröffentlicht und nun nochmal ein wenig überarbeitet.

Glattschnabelani (Crotophaga ani) am Boden [rechts unten]


Ich konnte nun besser beobachten, das sie wie Schäfer (siehe Referenzen zum Steckbrief) sie beschreibt, kaum fliegen können und sich stattdessen flatternd und hüpfend von Busch zu Busch oder zum Boden und wieder hinauf bewegen. Der Zaun und die Büsche mit dem dazwischen hoch stehendem Gras machte es schwer die Vögel zu fotografieren, auch wenn sie wenig scheu waren. Die nachfolgenden Bilder sind Ausschnitte aus den gemachten Fotos.


 

 
Jungvögel sind weniger glänzend als Altvögel (siehe Schnabel). Es sind lustig anzusehende Vögel, die unter- und übereinander purzelnd, mit lautem Gekreische durch die Büsche ziehen. 








So ging ich langsam den Zaun entlang und die Horde Anis sprangen und hüpften parallel dazu in den Büschen.



 
 
Dieser kam mir wie ein Altvogel vor, die Federn über dem Auge hochgestellt, die anderen beobachtend und immer der erste, der den Weg vorgab. Die Gruppe folgte ihm.

Samstag, 28. Dezember 2013

Hungerwespe - Evania (appendigaster?) - Aerolito

Aktualisiert: 21.02.2015

Gestern habe ich ein seltsames Insekt gesehen. Insbesondere die pendelnde Bewegungen der Antennen und des Hinterleibs waren auffällig.



Der Hinterleib ragte zwischen den Flügeln hinauf.
Es handelt sich um Evania appendigaster (wobei ich mich auf den Artnamen nicht festlegen will, da ich die Angaben zur Bestimmung nicht vollständig habe). Die Flügelmuster stimmen allerdings überein.

Evania appendigaster
Die Art gehört zu den Hungerwespen (Evaniidae).

Evania (appendigaster?)

Stamm: Arthropoda (Gliederfüßer)
Klasse: Insecta (Insekten)
Ordnung: Hymenoptera (Hautflügler)
Unterordnung: Apocrita (Taillenwespen)
Überfamilie: Evanioidea (Hungerwespenartige)
Familie: Evaniidae (Hungerwespen)

Spanisch: Aerolito

Über die Biologie der Hungerwespen ist wenig bekannt. (1)
Für die Gattung Evania sind 64 Arten bekannt. (3)

Beschreibung:
Für die Familie Evaniidae wird folgende Beschreibung1 angegeben:
Körper kurz und gedrungen, charakteristische Erscheinung; Antennen gebogen, mit 11 (selten 8) Flagellomeren (Antennengliedern) bei beiden Geschlechtern; Beine relativ lang; hinterer Flügel mit Jugalfeld durch einen tiefen Einschnitt vom Clavus getrennt; Metasoma relativ klein und eingedrückt, hoch am Propodeum über einen gebogenen, röhrenförmigen Petiolus angesetzt; Ovipositor (Eiablageröhre) kurz und meist verborgen.

Die Flügelmorphologie von Evania appendigaster ist folgende:
Comstock J.H. (1918) The wings of insects. The Comstock Publishing Company, Ithaca, N.Y. (2)
Die Insektenflügel werden zur Bestimmung der Art herangezogen, dabei hilft das sogenannte Comstock-Needham System, ein Benennungssystem der Flügeladerung von Insekten. Weitere Benennungssysteme gibt es.

Verbreitung:
Zur Familie der Evaniidae gehören ca. 14 Gattungen und 400 Arten, die sehr häufig in tropischen Regionen sind. Einige Arten sind kosmopolitisch, leben in Lagerhäusern und anderen Gebäuden mit Schabenpopulationen.1

Reproduktion:
Die adulten Tiere fliegen aus und legen ihre Eier über eine Legeröhre in die Ootheken der Schaben (Dictuoptera: Blattodea), die Larven fressen die dort vorhandenen Schabeneier und verpuppen sich in der Ootheke. In den meisten Beschreibungen sind Evaniidae Räuber.1
Sie sind als Räuber anzusehen, da sie sich von mehreren Eiern ernähren und nicht als Parasit (der Parasit schädigt einen Wirt, tötet den Wirt aber nur in Ausnahmefällen).

Nachfolgend ein Film über die Befruchtung, die Eiablage in den Oozyten einer Schabe und die Entwicklung der Larvenstadien bis zum Schlupf von Evania appendigaster.

 



Referenz:

1 Gouldt H. & Huber J.T. (Eds)(1993): Hymenoptera of the world: An identification guide to families; Canada. ISBN 0-660-14933-8 [en]

Web:
http://de.wikipedia.org/wiki/Hungerwespen (1) [de]
http://www.drawwing.org/insect/evania-appendigaster-fore-wing (2) [en]
http://eol.org/pages/39095/overview (3) [en]

Dienstag, 3. Dezember 2013

Flug HH - Caracas mit Lufthansa

Aktualisiert: 03.12.2013

Diesmal fand ich einen günstigen Flug mit Lufthansa. Was ich leider beim Kauf des Tickets nicht beachtet habe waren die Angaben für die Koffer. Man darf nur ein Freigepäckstück mit 23kg mitnehmen, und der "Umfang" (Höhe + Breite + Tiefe) darf nur 158cm betragen.
Die Preise nach Südamerika für Koffer 24 bis 32kg (dabei nicht größer als 158cm "Umfang) kostet dann nochmal 100€.
Ist das Gepäckstück größer als 158cm und bis 32kg schwer sind es schon 450€. Zwei Gepäckstücke, wobei eines größer als 158cm ist, macht dann maximal 550€.
Letztlich habe ich es geschafft den großen Koffer bei 23,5kg zu lassen und den kleineren als 1. Zusatzgepäck mit 30 Kg zu beladen: 100€. Das halbe Kilo war Kulanz.

Der Flug sollte um 6:00 Uhr starten, also war ich zwei Stunden vorher da, um 4:00. Die Boardingkarte konnte man sich leicht am Automaten ziehen, aber um das Gepäck aufzugeben, musste man an den Schalter. Der Schalter wurde aber erst um 4:25 Uhr geöffnet - warum bin ich so früh aufgestanden?

Auf den Spuren Alexander von Humboldts in Berlin 14.11.-15.11.2013

Aktualisiert 03.12.2013

Eine Freundin aus dem Studium hat mich im November nach Berlin eingeladen, wir hatten uns über 20 Jahre nicht mehr getroffen.

Auf der Hinfahrt wollte ich das Haus in dem Alexander von Humboldt und sein Bruder Wilhelm aufgewachsen sind und in dem großen Park der darum herum existiert, die Grabstätte sehen. Ich habe es zwar gleich gefunden, aber alle Zugänge waren verschlossen. Führungen gibt es nur im Sommer und dann nur Montags, im Winter ist alles geschlossen, auch wenn der Park öffentlich sein soll. Aber es gab eine größere Baustelle und ich habe nach mehrfachen Suchen keinen Zugang zum Park gefunden. Vielleicht gab es ja doch einen, den ich nur nicht gefunden habe.

Also bin ich dann direkt von dort zu meiner Freundin nach Charlottenburg gefahren.

Am nächsten Tag sind wir in das Museum für Naturkunde (Invalidenstraße 43, 10115 Berlin; Di bis Fr: 9.30 - 18 Uhr; Sa, So und an Feiertagen: 10 - 18 Uhr; Mo geschlossen) gegangen. Wir beide sind Biologen und dadurch war der Besuch noch einmal ganz besonders. Das Gebäude wurde frisch renoviert und die Möglichkeiten die Ausstellungen zu erleben sind modern und vielfältig.

Naturkundemuseum Berlin

Man kann am Eingang ein Gerät mit Kopfhörern ausleihen, welches zu bestimmten Objekten die Erklärungen abgibt.


Kopf des Allosaurus fragilis, wer genau hinsieht, kann den Geifer fließen sehen

Donnerstag, 31. Oktober 2013

Madrid - Museo Nacional de Ciencias Naturales - Naturkundemuseum 23.10.2013

Aktualisiert 03.12.2013

Vorletzte Woche habe ich Freunde in Madrid besucht. An einem Tag bin ich ins Naturkundemuseum (Museo Nacional de Ciencias Naturales) gegangen.

Das Museum ist in der Nähe der Metrostation "Gregorio Marañón". Von der Metrostation "Moncloa" bin ich mit der Linie 6 zunächst Richtung "Villaverde Alto" gefahren und an der Station "Nuevos Ministerios" ausgestiegen und danach mit der Linie 10 Richtung "Puerta del Sur" eine Station weiter bis zur Station "Gregorio Marañón" gefahren. [Metro-Plan]


Aus- und Eingang zur Metro

Ich kam aus der Metro und ging direkt über die Straße Richtung Museum und fand eine Filiale der Kette "Rodilla" bei der ich günstig frühstücken konnte.

 
"Rodilla"
 
Der Eingang des Museums ist auf der linken Seite des Gebäudes, wenn man von der Calle José Gutiérrez Abascal 2 darauf zu kommt.
Öffnungszeiten:
Montags ist Werktags geschlossen, auch am 1. und 6. Januar, 1. Mai und am 25. Dezember.
Von Dienstag bis Freitag, Sonntags und Feiertags (dann auch Montags) ist von 10:00 bis 17:00 geöffnet.
Samstags und Sonntage vor einem Feiertag ist von 10:00 bis 20:00 Uhr geöffnet, aber an den Samstagen im Juli und August von 10:00 bis 15:00 Uhr.


Eingang des Museums
 


Der Eintritt kostete 6€ für Erwachsene. Ich konnte kostenlos auch meine Jacke und Tasche in ein Schließfach stecken. Den Schlüssel dafür bekam ich am Schalter beim Bezahlen. Der Schalter schließt eine halbe Stunde vor Schließung des Museums. Fotografieren ohne Blitz ist erlaubt, die meisten Kameras haben aber mit den abgedunkelten Ausstellungsräumen Probleme. Fotos mit Mobiltelefonen erreichen bessere Ergebnisse.

Zurzeit gibt es vier Ausstellungen:
  • Biodiversidad (Biodiversität)
  • Mediterráneo : naturaleza y civilización (Mittelmeer: Natur und Zivilisation)
  • El Real Gabinete de historia natural (eine Nachbildung der ursprünglichen Ausstellung des Museums zur Zeit von Carlos dem III)



Teil der Ausstellung "El Real Gabinete de historia natural"

  • Tesoros del Amazonas (war gerade beendet)
  • Moléculas de la Vida: 50 años de Bioquímica y biología Molecular en España (Moleküle des Lebens: 50 Jahre Biochemie und Molekularbiologie in Spanien) vom 2. 09.2013 bis 19.01.2014
Ich habe mir nur die ersten drei angesehen.

Direkt im Empfangsbereich gibt es einen Buchladen (La Tienda del Museo de Ciencias), der außerordentlich gut bestückt ist. Es gibt spanischsprachige und englischsprachige Bücher über Vögel, Ökologie, Humboldt und Dinosaurier, auch einiges über Orchideen und andere Pflanzen. Der Buchhändler mit dem Namen "America", ein Ökologe, war sehr nett und erzählte mir über eine Ausstellung, die über Humboldt und seine Amerikareise in diesem Museum gewesen war. In dem Katalog zu dieser Ausstellung sind viele Abbildungen über die Amerikanische Reise von Humboldt und Bonpland (29.08.1773 - 11.05.1858), die ich zuvor noch nicht gesehen habe.

Zunächst erzählte er mir, dass der Prado zunächst für die naturkundliche Sammlung (seit 1771) des Königs Carlos III (20.01.1716-14.12.1788). gebaut wurde, die Sammlung dann dort aber nie eingezogen ist.

Humboldt (14.09.1769 - 06.05.1859) hatte vor seiner Amerikareise den damaligen König Carlos den IV (11.11.1748 - 20.01.1819) treffen wollen um sich eine Empfehlung und Erlaubnis für den Zutritt in diese Ländereien zu erbeten. Dieser kannte Humboldt nicht, war auch nicht sonderlich an Wissenschaften interessiert und lehnte ab. Die Königin hatte aber gehört, das Humboldt sehr gutaussehend sei und war daher interessiert ihn zu treffen. So erhielt er eine kurze Audienz im Garten und bekam auf Grund seines Charmes die ersehnte Empfehlung.

Humboldt selbst erwähnt die Königin in seinem Band "Die Forschungsreise in den Tropen Amerikas" [Darmstädter Ausgabe II-1, Kapitel 1, Seite 25-26] nicht:
Als ich in Madrid ankam, hatte ich bald Ursache, mich über den Entschluß, die Halbinsel zu besuchen, zu beglückwünschen. Der Baron von Forell, sächsischer Gesandter am Hofe Spaniens, schenkte mir seine Freundschaft, die mir unendlich nützlich wurde. Er vereinigte ausgebreitete Kenntnisse in der Mineralogie mit dem reinsten Interesse für Unternehmungen, die geeignet sind, die Erweiterung unserer Kenntnisse zu fördern. Er ließ mich ahnen, daß ich unter der Administration eines aufgeklärten Ministers, des Chevalier Don Mariano Luis de Urquijo, hoffen könnte, die Erlaubnis zu erhalten, auf meine Rechnung das Innere des spanischen Amerikas zu bereisen.
Nach allen Widerwärtigkeiten, die ich erfahren hatte, zauderte ich keinen Augenblick, diese Idee zu verfolgen.


Montag, 14. Oktober 2013

Maiquetía - Lissabon - München - Hamburg: Flughafenkontrolle 4.10.2013

Aktualisiert: 14.10.2013

Ich hatte mir schon gedacht, dass die Kontrolle am Flughafen diesmal etwas intensiver werden würde. Eine Woche vor meinem Abflug nach Deutschland hatte die französische Polizei in einem Passagierflugzeug von Air France 1,5 Tonnen Drogen gefunden, es kam aus Caracas.

So wurden die Passagiere gebeten doch schon vier Stunden vor Abflug am Flughafen zu sein. Ich war um 12:00  (Abflug sollte um 16:da, habe noch in Ruhe gegessen und mich dann in die erste Schlange gestellt.

Zum Glück waren die Schlangen schon nach Fluglinie getrennt und die Schalter der Fluglinie waren auch schon geöffnet.

Schon vor Erreichen des Schalters von TAP wurden alle Gepäckstücke incl. Handgepäck gescannt (1). Danach gab es gleich den ersten Tisch zum Auspacken. Ich wurde gebeten den großen silbernen Koffer zu öffnen. Es standen zwar einige Soldaten und weitere Angestellte herum, aber ich musste den riesigen Koffer selbst auf den Tisch wuchten. Nach der Durchsuchung deutete ich auf den roten Koffer, aber den wollte dieser Kontrolleur nicht sehen.

Die nächste Schlange führte zum TAP-Schalter an dem ich beide großen Koffer aufgab und die Boarding-Karte bekam.

Danach ging es wieder zurück in die nächste Schlange, die in den Kontrollbereich für das Handgepäck führte. Als ich direkt an der Eingangsschranke zur Kontrolle der Boarding-Karte stand, wurde dieser Eingang erst einmal geschlossen, da die Handgepäckkontrolle überfüllt war.

Beim Warten fiel mir auf, das mehrere Passagiere Formulare ausfüllten. Mir hatte man aber am TAP-Schalter vergessen das dafür nötige Formular (Ausreiseformular) zu geben. Also bin ich schnell wieder an die Kontrolle vor der Schlange am TAP-Schalter gelaufen, musste nun zum zweiten Mal mein Handgepäck durch den Scanner (2)schicken. Ich bekam am Schalter das Formular und kämpfte mich durch die Menschenmenge wieder zurück an den Eingang zur Handgepäckkontrolle. Dort war immer noch geschlossen. Zum Glück erkannten mich meine Mitreisenden und ich musste nicht wieder hinten in die Schlange.

Als wir in den Kontrollbereich für das Handgepäck kamen, schlängelte sich auch dort wieder eine sehr lange Schlange. Ich packte sofort den Laptop aus, aber nein hier wollte man ihn gar nicht sehen. Ach ja, das Handgepäck wurde gescannt (3).

Danach gab es die Schlange zur Passkontrolle. Ich hatte ein Reiseersatzpapier von der Botschaft (Pass verloren), also musste mal eben der Chef gefragt werden. Letztlich war das aber kein Problem.

Es war so viel Zeit vergangen, dass ich nur kurz Schokolade kaufte und dann gleich zum Gate 26 ging, also am Ende des Terminals.

Dort glaubte ich nicht mehr an einen pünktlichen Abflug. Ich hätte nur 40 Minuten Zeit in Lissabon gehabt um in das nächste Flugzeug nach Deutschland zu steigen, aber mir war schon am Vortag klar, das dies wohl nicht klappen würde.

Das Personal von TAP war für das Boarding schon anwesend, aber es wurde wohl noch das Flugzeug durchsucht, denn ich sah einige Soldaten die Gangway hinunter laufen. Ich vertrieb mir die Zeit mit telefonieren, als ich bemerkte, das einige Passagiere mit einer Warnweste ausgestattet wurden und weggeführt wurden.

Nach einer halben Stunde merkte ich das mein Name falsch ausgesprochen ausgerufen wurde. Mir wurde gesagt, das meine Koffer nochmal durchsucht werden würden und meine Anwesenheit benötigt wurde. Mein Handgepäck könne ich ja am Gate stehen lassen. Das wollte ich nicht (unbeaufsichtigt) und habe es dann mitgenommen ("Ach, sie reisen allein").

Eine ältere französische Passagierin musste mit mir zusammen zu den Koffern gehen. Von einer "Offiziellen" ging es eine Treppe hinunter, eine Warnweste musste für mich noch gesucht werden. Und am Ende der Treppe wurde mein Handgepäck nochmal gescannt (4) und wir wurden in eine Liste eingetragen. Die Französin erzählte jedem sehr laut, ob er es hören wollte oder nicht, dass sie 10 Männer gehabt hätte und daher auch 10 Häuser hätte, auf Margarita leben würde und ein Medium sei, mit Chakren arbeiten würde, aber in medizinischer Hinsicht. Ihr hat es wohl nicht geholfen, denn sie litt unter Nierensteinen und war auf dem Weg nach Frankreich um sich dort operieren zu lassen. Dann wurden wir noch lauthals davon informiert, dass sie nur noch Sex mit jüngeren Männern hätte und keine Beziehungen mehr führen wolle, bei denen sie kocht oder mit dem Mann zusammen lebt. Ab diesem Zeitpunkt dachte ich, ich bin in einem Film.

Wir mussten nun nahe des Rollfeldes, ganz unten bei Hitze ungefähr einen halben Kilometer bis zur Kontrollstelle der Koffer laufen. Wir mussten langsam laufen, da der Französin die Nieren weh taten.
Wir kamen an den geparkten Flugzeugen vorbei und schließlich landeten wir an einem Bereich mit einem Förderband auf dem Koffer nach unten befördert werden konnte um auf die kleinen Anhänger geladen zu werden, die dann in die Flugzeuge gepackt wurden. Dort war ein langer Tisch aufgebaut, mein roter Koffer stand im Hintergrund, aber vor uns waren noch zwei andere Passagiere dran. Ein Hund war angebunden und es lungerten eine Menge Flughafenangestellte und Soldaten in der Nähe herum. An dem Tisch stand ein Uniformierter, der mit einem schweizer Offiziersmesser an einem sehr dick mit Blasenfolie umhüllten Verpackung herumsäbelte. Der Schweiß lief ihm vom runden Gesicht. Ein ältere Dame stand vor ihm, es war ihr Koffer. Er kämpfte mit der Folie und fand nach langem Säbeln und Reißen ein Glas "CheeWeez" (Schmierkäse im Glas, Cheddar-Art).

Nachdem noch ein weiterer Mann aus der vor uns angekommenen Gruppe kontrolliert wurde, waren wir dran, d. h. zunächst die Französin, die wieder von ihren Männern und ihrer Arbeit als Medium erzählte. Aber auch bei ihr wurde nichts gefunden.

Dann wurde mein roter Koffer geholt. Ich hatte in Gefrierdosen, die mit Clips hermetisch abgedichtet werden konnten Marmeladengläser, Bocadillos de Guava (Guavenpaste), Süßigkeiten und zwei Beutel "Chicha" (Pulver mit dem man etwas ähnliches wie einen Milchshake auf Reisbasis machen kann) eingepackt. Diese Chicha war es, die er sehen wollte. Ich bot ihm an, er könne die Beutel ruhig aufschneiden ich hätte durchsichtige ZipLoc-Beutel dabei, aber es roch so stark nach der Chicha, das er darauf verzichtete und dann in seine Liste "Chicha" vermerkte. Ich musste noch unterschreiben und dann durften wird wieder zurücklaufen. Es war aber extrem heiß und mir lief auch langsam der Schweiß das Gesicht herunter.

Wir kamen wieder zu dem Kontrollpunkt an der Treppe, wurden aus dieser Liste dort ausgetragen und man glaubt es nicht, mein Handgepäck wurde gescannt (5). Die Treppe hoch und ich stand wieder am Gate, inzwischen hatten wir schon zwei Stunden Verspätung. Ich fand einen Sitzplatz und sah, wie weitere zwei Personen mit Warnwesten ausgestattet wurden und nach unten geführt wurden.

Nachdem wir bei drei Stunden Verspätung angekommen waren, begann das Boarding. Zunächst wurden allein reisende Damen aufgerufen und wir bildeten eine Schlange, daneben eine Schlange aus Männern. Direkt vor mir stand ein junger Transvestit, alles schick und operiert, sah wie eine Frau aus und war sehr nett. Sie machte sich schon Sorgen.
Es ging langsam die Gangway entlang, unsere Schlange wurde von einer Frau abgetastet, die Männer von einem Mann. Als die/der Transvestit nun an der Reihe war, schreckte die Kontrolleurin zurück, ging einen Schritt zurück, sah in den Pass und wies in die Richtung des Kontrolleurs, der dann aber auch ablehnte sie abzutasten. Dann sollte sie sich an die Seite stellen und warten. Die beiden "Abtaster" waren absolut überfordert, der Transvestit zu Recht sauer und fragte, was das denn nun solle, ob er nicht wie alle anderen auch, kontrolliert würde. Sie blieb an der Seite stehen und ich wurde abgetastet.

Dann kam ich um die Ecke und es war ein Tisch aufgebaut. Ich sollte mein Handgepäck auspacken (6). Ab dem Zeitpunkt war ich langsam sauer, habe angefangen, aber auch alles auf den Tisch auszubreiten. Laptop, alle Kabel, Wechselklamotten incl. Unterhosen, Beutel mit Zahnpasta etc. Die Kamera sollte ich dann doch nicht mehr auspacken und wieder alles einpacken.

Mit drei Stunden Verspätung sind wir dann losgeflogen.

In Lissabon haben wir uns dann in die nächste Schlange gestellt. Wir bekamen ein oder zwei Telefonkarten um die Familie anzurufen und eine neue Boarding-Karte für den Weiterflug. Für mich hatten sie einen schönen großen Zettel. Darauf stand, dass ich zunächst nach München fliegen müsste und danach erst nach Hamburg, Aufenthalt in Lissabon drei Stunden. Ankunft in Hamburg abends um 21:00 Uhr, statt 11:00 Uhr vormittags.

Danach in die Passkontrolle, ach und wieder in die Handgepäckkontrolle (7). Da wir ja so lange in der Schlange gestanden hatten, war da nicht viel los und ich bat um Verständnis und fragte erst einmal ob sie den Laptop sehen wollten - natürlich. Hier wurde ich dann zum ersten Mal nach dem Beutel mit den Flüssigkeiten gefragt! Also wieder alles ausgepackt.
An der Information bekam ich dann die beiden neuen Boarding-Karten.

Der Flug nach München startete mit Verspätung. Langsam macht ich mir Gedanken, ob wohl meine großen Koffer das ganze Hin und Her überstanden hätten und auch mit mir im Flugzeug landen würden und vor Allem dann auch den Weg in das Flugzeug nach Hamburg finden würden.

In München gab es noch eineinhalb Stunden Aufenthalt, so machte die Verspätung nicht viel aus.

In Hamburg angekommen musste ich allerdings etwas länger warten, bis sie dann doch auf dem Laufband lagen, die beiden großen Koffer. Allerdings interessierte sich niemand dafür, ob es auch meine Koffer waren, ich konnte ohne Kontrolle den Flughafen verlassen.