Montag, 15. Juli 2013

Heliamphora nutans - eine karnivore Pflanze auf Roraima

Aktualisiert: 21.02.2015

In den Statistiken zu diesem Blog habe ich vermehrt das Suchwort "Heliamphora nutans" gesehen. Ich habe ja einige Fotos dazu unter den Berichten zur Besteigung vom Roraima veröffentlicht. Also habe ich mich auf die Suche nach den Informationen für einen Steckbrief gemacht und festgestellt, dass es nicht allzuviel über diese karnivore Pflanze im Freiland zu finden gibt. Sie ist endemisch auf Roraima, aber doch seit mindestens Anfang der 80er Jahre in einigen Haltungen der Welt vorhanden (siehe die Tips zur Haltung der Gattung bei der International Carnivorous Plant Society [en]). Die frühen Besteiger haben sich auf Roraima bedient und Pflanzen entnommen. Die Art ist sehr schwer zu halten und da sie nur auf Roraima vorkommt bitte ich dringend, zwar Fotos zu machen, sie aber nicht anzufassen oder gar aus dem Boden zu reißen! Erstaunlich ist, dass sie weder bei der IUCN, noch in den roten Listen oder durch die CITES-Abkommen geschützt ist. Für Roraima als Nationalpark gilt per Gesetz, dass nichts von dort entnommen werden darf. IMPARQUES überprüft nach Rückkehr der Besteiger des Roraimas daher deren Gepäck!



Heliamphora nutans
Heliamphora nutans mehrere Einzelpflanzen
Es folgt der Steckbrief.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Onoto - Anzoategui 03.07.- 07.07.2013

Aktualisiert: 12.07.2013

Schon lange wollte ich eine Freundin besuchen, die zwischen Maturín, San Felix und Onoto pendelt. Sie lud mich schließlich nach Onoto (Bundesland Anzoategui) ein, zu einer Hochzeit einer Nichte. In Venezuela gibt es mehrere Orte die Onoto heißen. Humboldt berichtet z.B. von einem Onoto zwischen Maracay und Tumero.

Hinfahrt

Ich fuhr von Valencia mit "Rodovias" nach Puerto Piritú. Es war wieder eine Busfahrt über Nacht, nicht so sehr bequem (147,40 BsF). Im Internet fand ich keine Angaben darüber das diese Buslinie überhaupt nach Puerto Piritú fährt, aber direkt im Terminal angekommen konnte ich diesen Transport buchen. Man kann 15 Tage vor dem Abreisetermin buchen, 30kg Gepäck (1 Stück) mitnehmen. Der Ticketschalter ist von 5:30 am Morgen bis 9:30 am Abend geöffnet. Die Busse sind nicht ganz so modern wie diejenigen von Aeroejecutivo Express und es wurde kein Film gezeigt.

Terminal Valencia Rodovia

Man ließ mich aber nicht am Terminal von Puerto Piritú aussteigen, sondern an einer Kreuzung, die Tejar heißt. Von dort fahren die "Collectivos" oder "Carritos" nach Onoto. Da ich aber um vier Uhr morgends dort ankam, ließ ich mich zunächst bis zum Busterminal von Puerto Piritú fahren (Taxi; 30 BsF.). Dort gibt es eine Toilette und es ist etwas sicherer. Als ich um ca. sechs Uhr wieder zur Kreuzung Tejar fahren wollte, waren die Taxifahrer am Busterminal sehr unwillig. Sie boten mir an mich mit ihrem Taxi nach Onoto zu bringen und lehnten es ab die kurze Strecke nach Tejar zu fahren. So bin ich bis zur nächsten Straße gelaufen und habe mir dort ein Taxi nach Tejar gesucht (20 BsF.) Dort angekommen, dauerte es noch eine Weile, bis der dortige Fahrer des "Collectivos" alle Passagiere Richtung Onoto beisammen hatten (Tejar nach Onoto 40 BsF).

Gegenüber der Abfahrtstelle gab es einen kleinen Laden aus Holz. Mir gefiel der Spruch, der dort angebracht war: "Coco frío - Sin coco no hay paraíso" = "Kalte Kokosnuss - ohne Kokosnuss gibt es kein Paradies".



Wir fuhren los. Die Strecke hatte Abschnitte wo die Straße gerade frisch repariert war, aber die restlichen 80% der Strecke waren mit Löchern in der Größe von Kratern versehen. Das führte dazu, dass der Fahrer im Zickzack alle Löcher umfuhr. Der Gegenverkehr machte das genauso. Die Fahrer sind das allerdings gewöhnt und so schonten sie die Autos so gut es ging. Die Fahrt dauerte ca. 2 Stunden bis wir in Onoto ankamen.

Meine Freundin hatte mir per SMS die genaue Adresse angegeben, aber der Fahrer fuhr irgendwie Richtung links und nochmal rechts, links, ohne genau zu wissen wohin er fährt. Schlussendlich ließ er mich an einem riesigen Wassertank raus; ich fragte noch, ob das jetzt die Haltestelle sei und er meinte nur ich solle doch die nächsten Passanten fragen, gab mir mein Gepäck, drehte den Wagen und fuhr weg.

Ankunft

Die Frau, die mir mit ihren beiden Mädchen gleich beim Aussteigen entgegenkam und die ich fragte, ob das die Haltestelle sei, fragte nur, ob ich nicht die deutsche Freundin sei auf die meine Freundin wartete. Als ich bejahte, griff sie einen der Koffer und meinte man hätte mich am anderen Ende des Dorfes gebracht, aber sie wäre gerade auf dem Weg zum Haus meiner Freundin. So liefen wir einen Kilometer quer durch das Dorf bis zum Haus meiner Freundin und freuten uns darüber, das der Zufall das Problem sogleich gelöst hatte.

Meine Freundin hatte mich gebeten meine Hängematte mitzubringen. Das Haus wurde mit jeder Stunde voller, weitere Gäste kamen an. Es gab nur eine Klimaanlage in einem kleinen Raum, so schliefen die meisten in der "Chinchorro". Die "Chinchorro" ist so etwas wie eine Hängematte, wird aber mit ca. 1cm Schlaufen wie ein Fischernetz geknüpft. Sie ist kühler als eine Hängematte, die aus einem fest gewebten Stoff besteht. Gewaschen haben wir uns draußen, das Wasser kam zwar recht regelmäßig, aber mit wenig Druck, so dass große Fässer gefüllt wurden, aus dem man das Wasser zum Abwaschen, Duschen und für die Toilette schöpfte.

Hochzeitsvorbereitungen

Am nächsten Tag sollte das Rind geschlachtet werden. Wir sind dann aber doch zu spät gekommen um noch viel davon zu sehen. Ein Schlachter und die Frau des Hauses waren beim Zerkleinern schon sehr weit gekommen. Das Rind wird an ein Gestänge gehängt, die Haus wird abgezogen, die Innereien entfernt und dann wird langsam das Fleisch abgeschnitten.

Gestänge zum Schlachten


Es wurde nebenbei gleich ein Feuer entzündet auf dem das erste Fleisch gegrillt wurde. Es ist sehr lecker und wird mit Casabe gereicht.

 

Gegrilltes Rindfleisch mit Casabe

offenes Feuer

Casabe wird aus frischer, geraspelter Yucca (Manihot esculenta) hergestellt und ist insbesondere im Osten Venezuelas verbreitet. Es hat nicht viel Eigengeschmack, aber Soßen und Suppen lassen sich gut damit aufsaugen.

Bäume in Onoto

Im Hof standen ein großer Schatten spendender Katappenbaum (Terminalia catappa), auf Spanisch "Almendrón". Die Nüsse soll man essen können.


Schattenspendender Terminalia catappa
Früchte, noch grün, des Katappenbaums

Auch ein Stachelbeerbaum (Phyllanthus acidus), auf Spanisch "Grosella", der gerade Früchte trug stand in der anderen Ecke. Diese Früchte schmecken etwas sauer und das Fruchtfleisch erinnert etwas an einen harten Apfel.


 


Grosella-Frucht

Kunsthandwerk

Auf dem Rückweg trafen wir einen Mann, der selbst hergestelltes Kunsthandwerk verkaufte. Nach einigem Reden hat er mir dann aber das gelbe Boot geschenkt.


Kunsthandwerk Onoto

Plaza Bolivar in Onoto 

Am nächsten Tag sind wir an der Plaza Bolivar in Onoto vorbeigekommen. Dort steht die Kirche von Onoto. Die Plaza ist mit Marmor ausgelegt und die Gartenanlage ist sehr gepflegt.

Plaza Bolivar, Onoto mit Brunnen

Statue von Simon Bolivar in Onoto

Plaza Bolivar in Onoto mit Marmorboden

Marmorboden in Onoto

Ruhebank, Plaza Bolivar, Onoto, Anzoategui

In den Grünanlagen der Plaza finden sich drei große, runde Kugeln aus Stein. Diese Kugeln wurden beim Bau eines Staudamms gefunden. Wie sie so rund werden konnten ist unbekannt. Aus ersten Forschungen leitet man ab, das sie von Menschen so geformt wurden.

Große Kugel, Onoto

Innen hat die Kirche sehr viele religiöse Statuen und einige Gemälde. Zentral am Altar steht eine Figur des St. Andrés mit einem Fischernetz. Die Wände, Decken und Säulen sind mit Holz verkleidet, die großen Türen sind auch aus Holz. Als eine der wenigen Kirchen besitzt sie noch einen klassischen Beichtstuhl.

Kirche in Onoto

In der Nähe steht das kleine Gebäude der Gemeindeverwaltung. Die wurde jedoch von protestierenden Schülern abgebrannt.
Der Ort ist sehr ruhig, die Häuser gepflegt. Jedoch gibt es nur Mototaxis, d.h. Motorräder als Taxis.
Erstaunlicherweise hat es sehr viele Familien aus Mariara nach Onoto verschlagen.

Apotheke in Onoto

Der Ort hat an die 15.000 Einwohner, die Venezolaner nennen ihn dennoch ein Dorf. Gegründet wurde Onoto 1748. Gearbeitet wird heute hauptsächlich in der Landwirtschaft und Viehzucht. Viele Einwohner arbeiten in Puerto La Cruz oder Barcelona, haben aber noch ihr Haus in Onoto. Onoto gilt als Eingangstor zu den Llanos.

Transport von Milchkannen


Sancocho

Mittags wurden einige Kilos des Fleisches vom am Vortag geschlachteten Rind für ein "Sancocho" kleingeschnitten. Das war etwas schwierig, weil es über Nacht eingefroren wurde und wir mit riesigen, aber stumpfen Messern an dem Eisblock versuchten Fleisch von Sehnen und Knorpeln zu unterscheiden und abzuschneiden. "Sancocho" wird in Südamerika überall mit unterschiedlichem Fleisch oder Fisch zubereitet. Aber immer in großen Töpfen unter freiem Himmel, meist auf Holzfeuern.

Im Frucht- und Gemüseladen wird auch mal ein Schwein verkauft

Man kauft im Ort eine "Variation an Gemüse" und bekommt Ñame (Dioscorea sp.), Kürbis (Curcubita sp.), Yucca (Manihot esculenta) und eine Art Kochbanane, die "Topochos" (Musa paradisiaca) heißen. Beim Schälen dieser kleinen, sehr festen und grünen Kochbanane bleiben die Hände schwarz und diese Flecken sind schwer zu entfernen. Zwiebeln, und Ají (kleine, aromatische, Paprika-Art), Kartoffeln wurden hinzugefügt, einige Suppenwürfel dazu. Die Suppe wurde im Freien mit Holzfeuer lange in einem großen Topf gekocht.

Sancocho

mit Limonensaft gewürzt
Bei einem dieser Suppen erzählten man sich Geschichten über Papageien, die in der Nachbarschaft leben. Es gab einige, die jeden Morgen um 6 Uhr die Nationalhymne sehr laut sangen. Sie hatten das wohl aus dem Radio gehört.
Andere Papageien antworteten in der Stimme der Hausherrin wenn Besucher am Tor riefen: "Hallo Ana!". Sie riefen: "Ich komme gleich", auch wenn niemand zu Hause war.

Hochzeit

Am Abend sind wir dann zu der Hochzeit gegangen. Sie fand in einem sehr großen, überdachten Festsaal statt. Die Seiten waren offen und eine kühle Briese wehte beständig. Es war eine zivile Hochzeit, die Standesbeamtin und der Bürgermeister waren bei der Vertragsunterzeichnung anwesend.


geschmückter Festsaal


Tisch mit den Häppchen

 
Traditionen wie Brautübergabe, Tanz der Brautleute, Anstoßen auf die Braut, Brautstrauß werfen und Strumpfhalter mit dem Mund vom Bein ziehen gab es hier auch. Die Torte wird jedoch erst am nächsten Tag angeschnitten und an die Gäste verteilt.
Im hinteren Bereich des Festgeländes war ein Grill auf gebaut auf dem das Fleisch des am Tag zuvor geschlachtete Rindes gegrillt und zerkleinert wurde. Es gab einen Tisch mit einigen Häppchen und regelmäßig wurde verschiedene kleine Gerichte an den Tisch gebracht.





Getanzt wurde sehr ausgiebig zu allen Rhythmen. Eine Gruppe mit vier Sängern spielte bis Nachts um 3 Uhr und danach stellte jemand sein Auto mit mehreren, großen, eingebauten Lautsprechern in die Nähe der Tanzfläche und es ging mit Musik aus dem Autoradio weiter. Die Gruppe war aus Onoto und eine der Sängerinnen war mit der Braut verwandt. Zusätzlich spielte zwischendurch eine Samba-Gruppe aus Onoto, die waren so gut wie ich es noch nie zuvor gehört hatte. Mit Handzeichen und Mimik sprachen sie sich während des Spielens ab.





Um 12 Uhr nachts gibt es in Venezuela die sogenannte "Hora Loca", die verrückte Stunde. Es werden Masken, Hüte, Pfeifen, Hawaiketten und Tröten verteilt und jeder darf sich eine Stunde lang so ausleben wie er möchte. Die "Hora Loca" wird auch bei Geburtstagen oder anderen Festen in Venezuela veranstaltet. Es ist aber eine relativ neue Tradition, ich kenne sie erst seit den letzten 10 Jahren.

Am nächsten Tag wurde im Haus eine leichte Suppe zubereitet um die Körper der Gäste nach ausgedehntem Tanzen und Trinken wieder zum Leben zu erwecken.

Arepas aus Mais

Wir gingen auch zwei Ecken weiter zu einer Nachbarin, die selbst hergestellte Arepas aus Mais machte. Es wird dazu der trockene Mais zunächst 1,5 Stunden in Wasser gekocht, durch den Wolf gedreht und die Masse gut durchgeknetet.


Teig und geformte Arepas aus Mais

  
Nach dem Formen der Arepas, wurden sie auf dem Grill fertig gebacken. Im Gegensatz zu dem vorgekochten und dann getrocknetem Maismehl "Harina Pan" haben diese Arepas aus Mais noch Stücke der Maisschale in der Masse. Sie waren außerordentlich weich und sehr lecker.



Arepas auf dem Grill
 
 
Sehr lecker mit Käse und "Suero", frische, etwas angesäuerte, dicke Milch.

Rückfahrt

Für die Rückfahrt hat und die Schwester meiner Freundin "Rosquillas" gemacht. Dazu wird Harina Pan mit Wasser zu einem gleichmäßigen Teig verknetet, wie er für die herkömmlichen Arepas gemacht wird. Es werden aber einig Bananen und geriebener Käse (in Venezuela gibt es viele verschiedene Sorten von Käse, die fast alle dem Feta-Käse ähnlich sind; sie sind zu 90% weiß) mit in diese Masse geknetet. Danach werden kleine Teigrollen geformt, die jeweils zu einem ovalen Ring verbunden werden. Das Ganze wird in Öl frittiert. Sehr lecker.

Am nachfolgendem Tag der Hochzeit, abends sind wir zunächst mit dem Taxi nach Zaraza gefahren und von dort mit dem Nachtbus (175BsF.) nach Maracay. Die Karten hatte jemand vormittags in Zaraza besorgt (benötigt wurde die Ausweise, Pässe). Der Bus war voll besetzt (ein Sonntag nachdem der Freitag ein Feiertag in Venezuela war; Unabhängigkeitstag) und wir hatten Glück Plätze zu bekommen. Eine sehr dicke Frau bekam nur noch einen Notsitz. Sie war so breit, dass ihre Schenkel bis auf meinen Sitz reichten, ich darunter den Griff suchen musste, um meine Lehne nach hinten zu kippe, sie fuhr aber nur bis Valle de Pascua. Die Fahrt ging von Zaraza über Tucupido, Valle de Pascua, San Juan de los Morros nach Maracay. Die Busgesellschaft hieß irgendwie "Zaraza Centro" oder so ähnlich.

In Maracay kamen wir um 3 Uhr nachts an und warteten bis um 5 Uhr um ein sicheres Taxi zu bekommen. Die Wartehalle im Terminal in Maracay ist nachts sehr sicher, man kann sie bis morgens um sechs nur von den Bussen aus betreten (der Bereich ist abgeschirmt), jedoch nicht vom restlichen Teil des Terminals. Wenn man einmal diesen Warteraum verlassen hat, kann man nicht wieder zurück. Erst ab sechs Uhr wird der Haupteingang für Abreisende geöffnet. Der Taxifahrer ließ sich aber jeden Abstecher, den wir benötigten um alle Insassen jeweils in ihrer Straße in Mariara abzuladen, extra mit 30 BsF Aufschlag bezahlen.

Einige Hinweise zur Historie von Onoto
http://coranztur.com.ve/municipios/cajigal/info.htm  [es]

Sonntag, 23. Juni 2013

Suppenschildkröte - Chelonia mydas - Tortuga verde

Aktualisiert: 21.02.2015

Die Suppenschildkröte ist eine der Meeresschildkrötenarten, die von der "Fundación Científica Los Roques" auf Dos Mosquises aufgezogen werden.
Auf den folgenden Bildern sind die jeweiligen Merkmale des Schildkrötenpanzers und die Schildplatten des Kopfes für die Suppenschildkröte zu sehen. Diese Merkmale dienen der Unterscheidung der in Los Roques vorkommenden Meeresschildkröten (siehe unter Beschreibung).


Nach G.A. Boulenger, Fauna of British India. Amphibia and Reptilia. (1890), von mir verändert.


Nach G.A. Boulenger, Fauna of British India. Amphibia and Reptilia. (1890), von mir verändert.

Nach McCann (1966), von mir verändert(7)

Chelonia mydas
Stamm: Vertebrata (Wirbeltiere)
Klasse: Reptilia (Reptilien)
Ordnung: Testudines (Schildkröten)
Unterordnung: Cryptodira (Halsberger - Schildkröten)
Überfamilie: Chelonoidea (Meeresschildkröten)
Familie: Cheloniidae (Meeresschildkröten)

Spanisch: Tortuga verde, Tortuga blanca, Tortuga de sopa, Tortuga franca
Englisch: Green Turtle
Deutsch: Suppenschildkröte
Portugiesisch: Tartaruga-verde, uruanã, aruanã
Französisch: Tortue verte, Tortue franche

Chelonia mydas

Montag, 17. Juni 2013

Aruba 9.06-13.06.2013

Aktualisiert: 18.06.2013

Um mein Visum zu verlängern muss ich nun nach einem halben Jahr Aufenthalt in Venezuela einmal ausreisen und wieder einreisen. Nach Kolumbien wollte ich nicht, wegen der FARC auf beiden Seiten der Grenze. Im letzten Jahr bin ich mit dem Bus bis St. Elena de Uairén an die brasilianische Grenze gefahren, aber das ist schon sehr strapaziös. Auch Tobago und Trinidad kann man per Fähre besuchen, die geht dann aber nur einmal in der Woche von Guiria aus.

Flugzeug von Insel-Air

Von Valencia aus fliegt "Insel-Air" zunächst nach Curaçao und danach nach Aruba. Es gibt wohl Direktflüge, aber ich habe eben diese Verbindung bekommen. 2800 BsF. hin und zurück, also nicht die Welt. Es gibt noch "Laser", die öffnen ihren Stand am Flughafen in Valencia aber erst um 10:30. Dann fliegt "Avianca" noch über Bogotá in Kolumbien und danach nach Aruba, den Umweg muss man ja nicht nehmen. Von Caracas aus gibt es natürlich noch mehr Verbindungen nach Aruba. Ich habe den Flug in einem Reisebüro gebucht, so direkt im Internet war die Verbindung über Curaçao nicht zu buchen und Laser sagte egal bei welchem Datum, dass sie ausgebucht seien, was ich mir in der Nebensaison nicht so ganz vorstellen kann.

Partybusse auf Aruba


Nachfolgend die Erfahrungen und einige Tips auf der Reise...

Montag, 3. Juni 2013

Baunpelikan - Pelecanus occidentalis - Alcatraz

Aktualisiert am: 03.06.2013

Die Braunpelikane sind häufig in Venezuela und man kann sie überall an den Küsten leicht beobachten. Sie haben sich häufig in Häfen daran gewöhnt dem Menschen nahe zu kommen, da die Fischer Reste vom Ausnehmen der Fische ins Wasser werfen.

Braunpelikan in Los Roques

Braunpelikane im Hafen von Ocumare de la Costa

Alexander von Humboldt erwähnt den Pelikan mehrfach auf seiner Reise1a:
Band II-1, Zweites Buch, Kapitel IV S.170
[bei Cumaná]
Ein blendendes Licht war in der Luft und auf den weißlichen Hügeln, die mit zylindrischen Kakteen besetzt waren, sowie auf dem stets ruhigen Meer verbreitet, dessen Ufer von Alcatras [Brauner Pelikan vom Wuchs des Schwans: Pelicanus fuscus, Lin.f.] Reihern und Flamingos bevölkert sind. Der Glanz des Tages, die Kraft der Farben der Gewächse, die Form der Pflanzen, das bunte Gefieder der Vögel, alles verkündete den großen Charakter der Natur in den Äquinoktialgegenden.1a

Band II-1, Kapitel VIII, Seite 303
Kaum eingeschifft, hatten wir mit widrigen Winden zu kämpfen. Es regnete in Strömen und der Donner rollte in der Nähe. Schwärme von Flamingos, Reihern und Kormoranen füllten die Luft und flogen dem Ufer zu.
Nur der Alcatras, eine große Pelikan-Art, setzte seinen Fischfang ruhig mitten im Golf fort. Wir waren 18 Passagiere, und wir hatten Mühe, unsere Instrumente und Sammlungen in einer schmalen Piroge [lancha] , die mit rohem Zucker, Bananenfrüchten und Cocosnüssen überladen war, zu versorgen.

Band II-3, Kapitel XXV, S. 264
Die Häufigkeit der Alcatras, die stärker als unsere Schwäne sind, und die der Flamingos, die in den Buchten Fische fingen oder Pelikane verfolgten, um ihnen ihre Beute zu entreißen, verkündigten die Nähe der Küsten Cumanás.
Band II-3, Kapitel XXVIII, S.307 [bei Cumaná, Cayo Bonito, Cayo Flamenco, Cayo de Piedras]
Während wir mit Herborisieren beschäftigt waren, suchten unsere Matrosen nach Langusten; verärgert, keine zu finden, rächten sie ihre geprellte Hoffnung, indem sie die Mangroven erkletterten und ein gewaltiges Gemetzel unter den paarweise in ihren Nestern gruppierten Alcatraz anstellten.
Mit diesem Namen bezeichnet man im spanischen Amerika Buffons braunen Pelikan, der die Gestalt des Schwans hat. Mit dem den großen Meeresvögeln eigenen törichten Vertrauen und Sorglosigkeit verfertigt der Alcatraz sein Nest nur aus etlichen Baumzweigen. Wir zählten vier oder fünf dieser Nester auf einem einzigen Rhizophora-Stamm. Die jungen Vögel verteidigten sich tapfer mit ihren gewaltigen 6 bis 7 Zoll langen Schnäbeln; die Alten schwebten über unseren Köpfen und stießen heisere Klagetöne aus; das Blut träufelte von den Bäumen herab, denn die Matrosen waren mit großen Stöcken und Messern (machetes) bewaffnet. Wir konnten sagen, was wir wollten, um ihnen diesen Mangel an Mitgefühl und diese sinnlosen Quälereien vorzuwerfen. Der Matrose, auf der einsamen Seefahrt zu andauerndem Gehorsam gezwungen, übt gerne eine grausame Herrschaft gegen Tiere aus, sobald sich dazu Gelegenheit bietet. Der Boden lag voll verwundeter, im Todeskampf zappelnder Vögel. Bei unserer Ankunft hatte eine tiefe Ruhe auf diesem Erdenwinkel geherrscht. Schon jetzt aber schien alles zu verkünden: Menschen sind hier gewesen.


Es folgt der Steckbrief

Sonntag, 2. Juni 2013

Große Fechterschnecke - Lobatus [Strombus] gigas - Botuto

Aktualisiert am: 02.06.2013


Große Fechterschnecke - Lobatus [Strombus] gigas (Zeichnung ist meine! Damit habe ich auch Copyright!)


In Los Roques kann man noch heute die riesigen aufgeschütteten Berge von Schalen der Großen Fechterschnecke sehen. Einige dieser Berge sind schon sehr alt (1300 und 1500), andere aus diesem Jahrhundert (1980er Jahre).
Schalen von Lobatus [Strombus] gigas, Archipiélago Los Roques

Die Größe der aufgeschütteten Schalenreste lässt auf die außergewöhnliche Menge der Ausbeute schließen: 1.500kg/Jahr (1300 und 1500), 200.000kg/Jahr in den frühen 1980er Jahren im Archipel. Die Schnecken lieferten nicht nur einen hohen Eiweißgehalt, sondern wurden in den späten prähistorischen Zeiten auch als Kultgegenstände verwendet, so fand man Schneckenschalen im Valencia-Becken und in den venezolanischen Anden im Gebiet um Quibor.1
Nachdem in den 80er Jahren diese Schnecke so stark gefischt wurden, dass sie selten wurde, stiegen die Preise und die Fischer im Archipel Los Roques begannen ausschließlich Botuto zu fangen. Es wurden in der Zeit durchschnittlich 600Stück pro Tag und Boot gefangen. Von dieser Überfischung hat sich der Bestand trotz Schutzmaßnahmen nie wieder erholt. So ist im Vergleich zu einem befischten Gebiet in Belize und den Bahamas die Anzahl der vorhandenen Fechterschnecken in Los Roques trotz Fangverbot immer noch gleich oder geringer (Stand 1999).9

Man findet sie an den Küsten Venezuelas (Halbinsel Paraguaná bis zur Halbinsel Paria) nur noch in geringen Mengen, an der Küste von Morrocoy, Golf von Cariaco und der östlichen gelegenen Küste entlang ist diese Art praktisch ausgestorben. Es gibt fünf verschiedene Strombidae in Venezuela: Lobatus [Strombus] gigas, Strombus raninus, Strombus pugilis, Strombus gallus und Strombus costatus. Die größten Populationen der Strombidae finden sich noch im Archipel Los Roques [2008: 0,1878 Individuen/100 m2]8a und um 1977 bei der Insel Las Aves de Sotanvento [2008: Isla Aves fast ausgestorben8a] sowie in geringeren Mengen in der Nähe der Inseln La Orchilla [2008: relativ abundant8a], La Tortuga, La Blanquilla und Margarita.1 In Los Roques ist Lobatus [Strombus] gigas die Art mit der höchsten Abundanz (Häufigkeit) innerhalb der Strombidae.4
Wie schon in der Roten Liste 2008 begründet sind Schutzmaßnahmen nur durch starke Kontrollen durch die Naturschutzbehörden durchzusetzen. Die Fischer im Nationalpark Los Roques haben durch den Tourismus ein Einkommen, welches dazu führte, das die Ausbeute an der Großen Fechterschnecke nicht mehr so groß ist.8a Illegale Entnahme durch die Fischer findet aber trotzdem immer noch statt, wie ich selbst sehen konnte (April 2013). Die Isla Aves wurde durch Mangel an Personal und Infrastruktur nicht so stark kontrolliert, dort befindet sich die Population nun nahe am Aussterben.8a

Lobatus [Strombus] gigas(1)
Syn: Strombus gigas, Eustrombus gigas,
Stamm: Mollusca
Klasse: Gastropoda
Ordnung: Mesogastropoda2 / Littorinimorpha(1)
Überfamilie: Stromboidea
Familie: Strombidae

Spanisch: Botuto, Vaca, Guarura1
Englisch: Queen Conch, Pink conch, pink lip-conch
Deutsch: Große Fechterschnecke
Portugiesisch: Concha-rainha
Französisch: Lambi

Schale ohne Tier